Verabschiedung von Bürgermeisterin Susanne Widmaier
Stehende Ovationen und zahlreiche Worte des Dankes beim Festakt
Mit langanhaltendem Applaus und stehenden Ovationen ist Bürgermeisterin Susanne Widmaier nach acht Jahren im Amt feierlich verabschiedet worden. Die Aula des Schulzentrums war sehr gut gefüllt – ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr die Bürgerinnen und Bürger ihre Bürgermeisterin schätzten. Viele waren gekommen, um persönlich Danke zu sagen und ihr für ihren weiteren Lebensweg alles Gute zu wünschen. Die Atmosphäre war herzlich und von spürbarer Dankbarkeit geprägt.
Susanne Widmaier hatte sich entschieden, aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen nicht erneut zu kandidieren. Für viele war dieser Schritt ein Ausdruck von Größe und Selbstreflexion. „Es zeigt Stärke, loszulassen und neue Wege zu gehen“, war an diesem Abend immer wieder zu hören – ein Tenor, der sich durch zahlreiche Redebeiträge zog. Bereits bei der Begrüßung würdigte der Erste Beigeordnete Martin Killinger die vergangenen Jahre als „intensiv und bewegt“ und betonte, dass Susanne Widmaier sich stets mit voller Kraft für die Stadt eingesetzt habe.
Auch Regierungspräsidentin Susanne Bay blickte auf die Amtszeit zurück und sprach von einer „herausfordernden Aufgabe in exponierter Position“, die Susanne Widmaier mit großem Engagement angenommen habe. „Sie waren bis zuletzt mit voller Energie im Amt – alles andere hätte auch nicht zu Ihnen gepasst“, sagte sie und hob hervor, dass Susanne Widmaier nicht nur verwaltet, sondern die Stadt aktiv gestaltet und geprägt habe.
Leidenschaft, Energie und eine klare Haltung
Landrat Roland Bernhard verabschiedete Bürgermeisterin Susanne Widmaier „mit dem berühmten lachenden und weinenden Auge“. Er erinnerte an ihre Wahl mit 70 Prozent der Stimmen und dem großen Vertrauensvorschuss seitens der Bürgerschaft: „Sie haben dieses Vertrauen mehr als gerechtfertigt – mit Leidenschaft, Energie und klarer Haltung.“ Dass sie nun selbstbestimmt einen neuen Weg einschlage, zeuge von bemerkenswerter Größe. Für den Gemeinderat ließ Harald Schaber die vergangenen Jahre Revue passieren. Neben großen Herausforderungen – von einer persönlichen Erkrankung über die Corona-Pandemie bis hin zu globalen Krisen – seien auch zahlreiche Projekte angestoßen und umgesetzt worden: Stadtentwicklung, Infrastrukturmaßnahmen oder die Stärkung der Partnerschaften. „Mit Ihrer Empathie und Ihrem konstruktiven Miteinander haben Sie das Rathaus und die Stadt nachhaltig geprägt“, so Harald Schaber.
Auch aus den Bereichen Schulen, Kirchen, Vereine und Verwaltung kamen persönliche und wertschätzende Worte des Dankes. Für die Kirchengemeinden sprach Pfarrerin Angelika Rühle. Sie hob die große Wertschätzung hervor, die Susanne Widmaier den kirchlichen Einrichtungen entgegengebracht habe. Der Austausch sei stets offen und konstruktiv gewesen, neue Ideen hätten gemeinsam entwickelt werden können. Besonders betonte sie Susanne Widmaiers Anerkennung für das Ehrenamt und ihre verlässliche Unterstützung. Für die Vereine ergriff Günter Dums das Wort. Er beschrieb die scheidende Bürgermeisterin als stets ansprechbare und engagierte Partnerin, die viele Projekte erst möglich gemacht habe. Vor allem die Förderung der Jugendarbeit und das starke Miteinander in der Stadt seien ihr ein großes Anliegen gewesen.
Susanne Widmaier hatte stets ein offenes Ohr
Stephan Wensauer sprach für den Personalrat sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus. Er würdigte insbesondere Susanne Widmaiers menschlichen Führungsstil. Entscheidungen seien immer mit Augenmaß getroffen worden, sie habe ihre Mitarbeitenden ernst genommen, unterstützt und stets ein offenes Ohr für ihre Anliegen gehabt. Besonders eindrücklich formulierte es Bürgermeisterkollege Chris Nathan: „Dass heute so viele Menschen hier sind, dürfen Sie ruhig persönlich nehmen.“ Widmaier genieße großes Ansehen – nicht zuletzt, weil sie den Mut habe, den richtigen Zeitpunkt für einen Abschied zu erkennen.
Verwaltung kann mehr sein als reines Verwalten
In ihrer eigenen Ansprache zeigte sich Susanne Widmaier sichtlich bewegt. „Wenn ich auf diese intensive Zeit zurückblicke, wird mir erst bewusst, wie viel wir gemeinsam erreicht haben“, sagte sie. Ihr besonderer Dank galt ihrem Team im Rathaus: „Wir haben gezeigt, dass Verwaltung mehr sein kann als reines Verwalten – nämlich ein Ort, an dem Menschen gerne arbeiten und gemeinsam etwas bewegen.“
Sie sprach von Vertrauen, Zusammenhalt und vielen Projekten, die nur durch gemeinsames Engagement möglich gewesen seien. „Ich gehe mit einem guten Gefühl, mit großer Dankbarkeit und mit Respekt vor all dem, was wir zusammen geschafft haben.“ Ihr Dank richtete sich ausdrücklich auch an den Gemeinderat, die Vereine, Organisationen und vor allem an die Bürgerinnen und Bürger: „Am wichtigsten sind die Menschen, mit denen ich diesen Weg teilen durfte.“
Mit ihrem Abschied endet ein prägender Abschnitt für die Stadt. Für Susanne Widmaier beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt: Künftig möchte sie als Reiseleiterin die Welt entdecken – ein Vorhaben, auf das sie sich nach eigenen Worten „wie Bolle“ freut.

