Rund 40 Teilnehmer begaben sich auf die traditionelle Felderrundfahrt vor der Ernte
Der Austausch unter und mit Landwirten steht bei der traditionellen jährlichen Felderrundfahrt des Bauernverbands im Mittelpunkt. Am 23. Juni, kurz vor der Ernte, begrüßte Ortsobmann Rolf Vincon rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter Erster Beigeordneter Martin Killinger, fünf Stadträtinnen und Stadträte, Klaus Kohler von der Volksbank Leonberg-Strohgäu eG, Jäger Gerhard Scheeff und Thomas Besser, Simon Metz und Yvonne Bäuerle vom Landwirtschaftsamt des Landratsamts Böblingen, Peter Janssen von der Firma BayWa sowie zahlreiche Landwirte.
Auf den Anhängern sitzend durchfuhren die Teilnehmenden die Markungen Rutesheim und Perouse mit Exklave. Die Kulturen – hauptsächlich Getreide, Mais, Raps, Kraut und Kartoffeln – stehen dieses Jahr bis jetzt gut, erfuhren sie dabei. Allerdings leiden sie zunehmend unter der großen Hitze und Trockenheit und bei den Erträgen macht sich das negativ bemerkbar. Ein schöner Landregen würde sehr guttun. Große Sorgen bereiten den Landwirten
Schädlinge wie Zikaden, die stark gestiegenen Kosten für Dünger, Saatgut, Energie und weitere notwendige Produktionsmittel. Sie verstärken den Preisdruck bei den Lebensmittelpreisen. Der Pflanzenschutz dient nicht der Ertragssteigerung, sondern der Ertragssicherung.
Aus Kostengründen und im Sinne des Umweltschutzes werden nur geringe Mengen zugelassener, gezielt wirkender Mittel eingesetzt. Es gilt: So viel wie notwendig, so wenig wie möglich. Dabei ist es wichtig, den optimalen Zeitpunkt im Frühstadium der Keimblattbildung der Pflanzen und bei leicht feuchter Witterung zu erwischen. Dann erreicht man mit kleinsten Mengen mehr, als man später mit einem Vielfachen davon bewirken könnte.
Eine Kunst, zum richtigen Zeitpunkt das Richtige zu tun, die offensichtlich unsere Landwirte gut beherrschen. Nach der zweistündigen Rundfahrt gab es in der Tannenwaldhütte im Stadtwald noch die Gelegenheit, sich weiter auszutauschen, unter anderem über die schwierigen Rahmenbedingungen, Ertrag- und Preiserwartungen.
Erster Beigeordneter Martin Killinger bedankte sich für die sichtbar gute Pflege unserer schönen Kulturlandschaften und die regionale Erzeugung unserer Lebensmittel. Ebenso für das gute Miteinander und den konstruktiven Dialog. „Die Landwirtschaft, Ihre Arbeit und die Erzeugung der Lebensmittel auf unseren Nahrungsgrundlagen sind uns sehr wichtig“, erklärte er.
INFO: Wir bitten alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radlerinnen und Radler auch auf unseren Feldwegen um gegenseitige Rücksichtnahme. Das gilt vor allem, aber nicht nur in der Zeit der Ernte. Gegenseitige Rücksicht macht Wege breiter und vermeidet Unfallgefahren.

