Wie lässt sich der Rutesheimer Wald fit für die Zukunft machen?
Antworten auf diese Frage gab es beim diesjährigen Waldbegang mit dem Gemeinderat und interessierten Bürgerinnen und Bürgern. Trotz hochsommerlicher Temperaturen fanden sich viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Tannenwaldhütte ein, wo Erster Beigeordneter Martin Killinger gemeinsam mit Revierförster Ulrich Neumann und Alexandra Radlinger (Stellvertretende Amtsleiterin Forsten) vom Landratsamt die Gruppe begrüßte. Aufgrund
der Hitze wurde die Route etwas verkürzt und möglichst im Schatten zurückgelegt.
34 Prozent der Gemarkungsfläche ein und liegt damit im bundesweiten Durchschnitt. Doch auch hier macht sich der Klimawandel deutlich bemerkbar. Aktuell besteht der Waldbestand zu rund 60 Prozent aus Laub- und zu 40 Prozent aus Nadelbäumen. Besonders die Fichte, die etwa ein Viertel der Nadelbäume ausmacht, gilt als wenig widerstandsfähig gegenüber den zunehmenden Trockenperioden. Wie man damit weiter umgehen wird, legt unter anderem die sogenannte Forsteinrichtung fest – ein Plan, der die Ziele für die Bewirtschaftung des Waldes in den kommenden zehn Jahren umfasst. Die Ergebnisse sollen im nächsten Jahr vorgestellt werden.
An mehreren Stationen erläuterten die Fachleute, wie der Wald bereits heute auf die klimatischen Veränderungen vorbereitet wird. So wurden auf verschiedenen Flächen ältere Bäume entnommen und unter anderem klimaresistentere Nussbäume gepflanzt. Weitere Flächen sollen nach und nach ähnlich entwickelt werden. Dabei gehe es nicht in erster Linie um die Holznutzung, betonten Alexandra Radlinger und Ulrich Neumann. Zwar werde Holz geerntet, solange es wirtschaftlich genutzt werden könne, das Ziel sei jedoch der langfristige Erhalt eines gesunden und widerstandsfähigen Waldes. Auch der Holzeinschlag bewege sich insgesamt im
geplanten Rahmen.
An einer weiteren Station besichtigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine bereits 2006 angelegte Pflanzfläche mit unter anderem Roteichen, Winterlinden und Elsbeeren. Dort wurde erklärt, wie sogenannte
Zukunftsbäume gezielt gefördert werden. Konkurrenzbäume werden entfernt, damit die kräftigsten Exemplare genügend Licht und Platz erhalten. Besonders wichtig ist dabei eine breite Krone, die auf ein gut entwickeltes Wurzelsystem schließen lässt und den Bäumen hilft, Trockenperioden besser zu überstehen. "Die Krone ist der Motor der Bäume", so Ulrich Neumann. Zum Abschluss demonstrierten drei Forstmitarbeiter den sicheren Einsatz der Motorsäge bei der Entnahme kleinerer Bäume und erläuterten die Pflegemaßnahmen.
Nach dem Rundgang kehrten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Tannenwaldhütte zurück, wo der Abend bei kühlen Getränken und weiteren Gesprächen ausklang. Der Waldbegang machte deutlich: Die Zukunft des Rutesheimer Waldes hängt heute vor allem davon ab, ihn konsequent an die Folgen des Klimawandels anzupassen und widerstandsfähig für kommende Generationen zu entwickeln.

