Neuer Hochbehälter Mittelwäldle vor Fertigstellung
Zukunftssicheres Trinkwasser
Sauberes Trinkwasser ist die wichtigste Lebensgrundlage - aber kein unerschöpfliches Gut. Der Zweckverband Renninger Wasserversorgungsgruppe (ZVRW) versorgt heute über 30.000 Menschen in Rutesheim und Renningen zuverlässig mit Trinkwasser in bester Qualität. Um diese Versorgungssicherheit auch bei extremen sommerlichen Witterungsverhältnissen und steigendem Bedarf langfristig zu gewährleisten, steht eine bedeutende Infrastrukturmaßnahme kurz vor dem Abschluss: der Neubau des Hochbehälters (HB) Mittelwäldle.
Der alte Hochbehälter aus dem Jahr 1908 stieß mit 400 Kubikmetern (m³) Fassungsvermögen an seine Grenzen, vor allem wenn der zweite Hochbehälter Längenbühl wegen Reinigung, Wartung oder eines Störfalles ausfiel. Das 2022 erstellte Strukturgutachten stellte dann auch fest, dass im Bereich der Speicherkapazitäten Maßnahmen erforderlich sind. Mit dem massiven Neubau investiert der Zweckverband unter der aktuellen Leitung der Verbandsvorsitzenden, Bürgermeisterin Melanie Hettmer, rund 1,5 Millionen Euro in die Infrastruktur. Unterstützt wird das Projekt durch eine positive Landesförderung in Höhe von 282.700 Euro. Das Speichervolumen am Standort wird auf 2.000 m³ verfünffacht. Zusammen mit dem Hochbehälter Längenbühl steigt die Speicherkapazität für Renningen damit auf 3.500 m³ Wasser an.
Diese Kapazitätserweiterung führt zu einem spürbaren Plus an Versorgungssicherheit im Alltag. Mit der alten Anlage aus dem Jahr 1908 reichte der Wasservorrat im Ernstfall gerade einmal für knapp einen Tag. Durch den Neubau verlängert sich dieser Zeitraum deutlich: Legt man den normalen Durchschnittsverbrauch in Renningen von rund 1.600 Kubikmetern (m³) pro Tag zugrunde, reicht das gespeicherte Wasser künftig für mehr als zwei Tage aus – ohne dass neues Wasser von außen nachfließen muss.
Zusätzliche Speicherkapazität ist generell von enormer Bedeutung, da die Temperaturen und der tägliche Wasserbedarf spürbar steigen. An heißen Sommertagen im Juni und Juli kletterte der Verbrauch in Renningen bereits auf Spitzenwerte von bis zu 2.100 m³. In solchen Phasen übersteigt der Bedarf oft die Menge, die gleichzeitig gewonnen oder beschafft werden kann. Dank des neuen Gesamtvolumens von 3.500 m³ steht nun ein entscheidender Puffer bereit, um diese Differenz an verbrauchsintensiven Tagen sicher auszugleichen und Engpässe zuverlässig abzuwenden.
Seit dem Spatenstich im Juli 2025 läuft alles nach Plan. Die neuen, modernen Wasserkammern sind fertigbetoniert. Aktuell läuft der Innenausbau (Elektrik und Estrich). Die finalen Maler- und Gipserarbeiten werden noch vergeben. Die offizielle Inbetriebnahme ist für Ende September bis Anfang Oktober 2026 geplant. Bei einer aktuellen Vor-Ort-Besichtigung machte sich die Verbandsvorsitzende Bürgermeisterin Melanie Hettmer ein Bild vom Endspurt der Arbeiten. Angesichts steigender Temperaturen und spürbar anziehender Verbräuche richtet die Bürgermeisterin einen dringenden Appell an alle Haushalte: „Bitte gehen Sie bewusst mit der Ressource Wasser um und sehen Sie diese nicht als selbstverständlich an. Jede Pflegemaßnahme und jeder Neubau dient der Sicherheit – aber der sorgsame Umgang beginnt im eigenen Zuhause“, so Melanie Hettmer.
Der Zweckverband ruht sich auf diesem Meilenstein nicht aus. Bereits am kommenden Montag, 24. August 2026 startet die nächste wichtige Baumaßnahme zur weiteren Netzstabilisierung: der Bau einer zusätzlichen Eigenwasserdruckleitung vom Pumpwerk Knappshalde zum Verteilerschacht Lange Hecke. Die Verantwortlichen betonen, dass alle Beeinträchtigungen für Anwohner und den Verkehr so gering wie absolut notwendig gehalten werden.Darüber hinaus soll auch der Hochbehälter Längenbühl voraussichtlich im Spätsommer 2027 um eine weitere Wasserkammer mit 1.500 m³ erweitert werden. Die voraussichtlichen Baukosten für diese Kapazitätserweiterung belaufen sich auf etwa 2,6 Millionen Euro. Das Großprojekt wird durch Fördermittel des Landes Baden-Württemberg im Rahmen der nachhaltigen Wasserwirtschaft mit einem Zuschuss von rund 400.000 Euro unterstützt.

