Erschreckende Bilanz des Polizeipräsidiums

Europaweite Aktionswoche "Focus on the road" vom 6. bis 12. Oktober 2025

Ablenkung im Straßenverkehr zählte 2024 landesweit zu den vier häufigsten Unfallursachen und war laut Sicherheitsbericht des Landes Baden-Württemberg für über 13 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle verantwortlich (https://kurzlinks.de/sicherheitsbericht2024). Das Polizeipräsidium Ludwigsburg beteiligte sich daher vom 6. bis 12. Oktober 2025 mit vermehrten stationären und mobilen Kontrollen in den Landkreisen Ludwigsburg und Böblingen an der europaweiten Aktionswoche „Focus on the road“ – mit erschreckender Bilanz.

Wie der Name schon sagt, lag der Fokus der Kontrollen auf der verbotswidrigen Nutzung von Mobiltelefonen und angesichts der Risiken und Gefahren, die von einer Ablenkung im Straßenverkehr ausgehen, war das Ergebnis alarmierend. Im Zuge der Kontrollmaßnahmen mussten insgesamt 358 Personen angezeigt werden, die während ihrer Teilnahme am Straßenverkehr ein Handy bedienten. 118 der Verstöße wurden im Landkreis Böblingen registriert, 144 Verstöße im Landkreis Ludwigsburg. Hinzu kommen 96 Verstöße, die von der landkreisübergreifend zuständigen Verkehrspolizeiinspektion zur Anzeige gebracht wurden.

Thomas Wild, Leiter des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, macht hierzu deutlich: „Wer nur ein bis zwei Sekunden lang Nachrichten auf dem Smartphone checkt, legt in dieser Zeit eine große Strecke im Blindflug zurück, ohne zu registrieren, was vor dem Fahrzeug passiert – ob zum Beispiel gebremst wird, die Ampel auf Rot schaltet oder plötzlich ein Kind auf die Fahrbahn läuft. Und setzt damit sein oder das Leben und die Gesundheit anderer aufs Spiel!"

Die Beamtinnen und Beamte des Polizeipräsidiums Ludwigsburg führen deshalb nicht nur in den Aktionswochen, sondern auch im täglichen Dienst solche Kontrollen durch. Im Jahr 2025 wurden so bereits insgesamt rund 7.600 Handy-Sünder angezeigt, die in der Regel ein Bußgeld von mindestens 100 Euro sowie ein Punkt in Flensburg erwartet.

„Verzichten Sie im Straßenverkehr darauf, ihr Handy zu nutzen“, appellieren Bürgermeisterin Susanne Widmaier und Erster Beigeordneter Martin Killinger. „Egal, wie Sie sich gerade fortbewegen.“ Denn auch solche Szenarios kennt das Polizeipräsidium Ludwigsburg: Eine Fußgängerin tritt, in ihr Handy vertieft, plötzlich auf die Fahrbahn; ein Radfahrer ist mehr mit seinem Handy als mit der Verkehrssituation beschäftigt; eine E‑Scooter-Fahrerin bemerkt aufgrund der lauten Musik aus ihren Kopfhörern das warnende Hupen eines Busses nicht.

Und Handys sind auch nicht die einzigen Schuldigen, was Ablenkung im Straßenverkehr betrifft. Eine angeregte Unterhaltung im Auto, der Blick in den Lieferschein, der Versuch, schnell die in den Fußraum gefallene Zigarette zu bergen oder den Schaden zu minimieren, den der umgefallene Kaffee verursacht – all diese Dinge mögen unspektakulär erscheinen, können tatsächlich aber extrem ablenken und dazu führen, dass Konzentration und Aufmerksamkeit nicht mehr dem Straßenverkehr gelten.

Das ist für andere Verkehrsteilnehmende nicht nur störend, sondern höchst riskant und im schlimmsten Fall sogar lebensgefährlich. Bei den rund 190 ablenkungsbedingten Unfällen, die das Polizeipräsidium Ludwigsburg im laufenden Jahr registriert hat, kamen sechs Personen ums Leben. „Nehmen Sie Ihre und die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer ernst und versuchen Sie, jegliche Ablenkung zu minimieren“, lautet daher die abschließende Bitte von Susanne Widmaier und Martin Killinger.
Weitere Informationen und Publikationen zum Thema "Ablenkung" erhalten Sie im Internet unter
https://www.dvr.de/publikationen/praxishilfe-ablenkung-im-strassenverkehr oder
https://gib-acht-im-verkehr.de/themen/junge-fahrende/no-game.

Eine Person hat eine Hand am Fahrzeuglenkrad und hält in der anderen Hand das Handy.
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