Maßnahmen im Bereich der Wasserversorgung zahlen sich aus

Für die zuverlässige Versorgung und größtmögliche Versorgungssicherheit für das am besten überwachte Lebensmittel, das Trinkwasser, sind ein umfassendes Ortsnetz mit mehreren Zuleitungen und zahlreichen technischen Anlagen notwendig. Ein solches System will gehegt und gepflegt werden, denn Wasserverlust durch undichte Rohre oder Rohrbrüche führt zu Störungen und hohen Kosten.

Entsprechend führt die Stadtverwaltung immer wieder Erneuerungen im Rutesheimer Ortsnetz durch und investiert in neue Technologien, beispielsweise bei der Suche nach Rohrbrüchen. Das zahlt sich aus. „Lediglich drei Rohrbrüche 2021 – vor zehn Jahren waren es im Schnitt noch 9,3 pro Jahr – und ein sehr geringer Wasserverlust belegen, dass sich das Ortsnetz in gutem Zustand befindet und sich die umfangreichen Investitionen gelohnt haben“, so Erster Beigeordneter Martin Killinger.

Anlagen und Wasserhärte

„Nur ein kleiner Teil unserer umfassenden Anlagen ist oberirdisch zu sehen“, fährt Killinger fort. „Der markante Wasserturm in der Drescherstraße, beispielsweise, und das Gebäude für die Anlagen des Hochbehälters Stockhau.“ Die Wasserversorgung in Rutesheim wird derzeit mit Wasser des Zweckverbands Bodenseewasserversorgung und aus eigenen Brunnen in Renningen und Malmsheim gewährleistet. Seit im Juli 2015 die neuen Anlagen im Hochbehälter Mönchsloh zuverlässig im Dauerbetrieb sind, habe man die Härte des Trinkwassers von früher 17,5°dH („hart“) auf weniger als 8°dH („weich“) absenken können, was dem Wunsch vieler BürgerInnen entspreche, berichtet der Erste Beigeordnete. Die Aufbereitung des Eigenwassers erfolgt in den neuen Anlagen in zwei Stufen: der Ultrafiltration, bei der das Rohwasser aus den Brunnen gereinigt und eventuell vorhandene mikrobiologische Belastungen (Trübungen, Bakterien, Viren, Parasiten und Keime) zurückgehalten werden und der Nanofiltration, bei der ein Teil des gereinigten Wassers über eine Niederdruckumkehrosmose-Anlage enthärtet wird, sodass bei den Verbrauchern Trinkwasser mit einem Härtegrad von circa 8°dH ankommt. „Der große Vorteil gegenüber den meisten hausinternen Anlagen ist“, so Killinger, „dass diese Art der Enthärtung ohne die Zugabe von Zusatzstoffen auskommt, die sich dann ja oft im Trinkwasser befinden.“

Rohrbrüche werden weniger

Erfreulich sei auch, dass die Anzahl der Rohrbrüche dank der umfangreichen Erneuerungen im Ortsnetz stetig zurückgehe. Während es 2020 noch fünf waren, mussten 2021 lediglich drei Rohrbrüche an öffentlichen und Hausanschluss-Wasserleitungen gesucht, gefunden und repariert werden. „Das sind sehr wenige und das ist in jeder Hinsicht sehr erfreulich, vor allem aber für den Wasserverlust – der sehr gering ausfiel – Trinkwasser ist sehr kostbar.“ Mitverantwortlich für den geringen Wasserverlust 2021 ist, außer der guten Arbeit der Wassermeister, dass Rohrbrüche dank der mittlerweile elf Messpunkte, die die Stadtverwaltung seit 2010 im Wasserleitungsnetz hat einrichten lassen, nun schneller gefunden werden.

In vorhandenen Wasserschächten und im Wasserturm ist jeweils ein Ultraschallsensor montiert, der den Durchfluss misst und täglich nachts per Mobilfunk an die Zentrale im Bauhof meldet. Durch diese Messstellen ist es möglich, vor allem in der sehr verbrauchsarmen Nachtzeit zwischen 2 Uhr und 4 Uhr auffällige Wasserabflussmengen direkt am nächsten Morgen zu registrieren und den ursächlichen Rohrbruch so zeitnah und gezielt in dem zum betreffenden Messpunkt gehörenden Teil des Ortsnetzes zu suchen. Die einmaligen Kosten für die Installation betrugen insgesamt rund 100.000 Euro.

Info

Das Trinkwasser wird regelmäßig nach den Vorschriften der Trinkwasserverordnung mikrobiologisch und chemisch untersucht. Die Untersuchungsergebnisse entsprechen in vollem Umfang der Trinkwasserverordnung. Hier finden Sie eine detaillierte Tabelle (PDF) (113 KB).

Zu sehen ist eine Hand, die ein Glas unter den Wasserhahn hält und füllt.
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