Auf den Spuren der Waldenser im Heckengäu

Ende des 17. Jahrhunderts, im Jahr 1699, gründeten 71 aus Perosa im Chisonetal (Italien) vertriebene Waldenserfamilien Perouse. Hierher geführt hatte sie Pfarrer Henri Arnaud, dessen Todestag sich dieses Jahr, am 8. September, zum 300. Mal jährte. Zu diesem für die Ortsgeschichte Perouses wichtigen Jubiläum haben wir einen passenden Wandertipp für Sie: den „Hugenotten- und Waldenserpfad“.

Der circa 1.800 Kilometer lange Kulturfernwanderweg ist ein gemeinsames Projekt von Frankreich, Italien, der Schweiz und Deutschland und folgt der Kulturroute der Hugenotten und Waldenser. In Deutschland verbindet er auf rund 1.000 Kilometern in mehreren Etappen die hier gegründeten Hugenotten- und Waldenserorte. „Die Stadt Rutesheim hat sich für Perouse von Anfang an finanziell und tatkräftig bei diesem Projekt beteiligt, weil uns allen die Geschichte und die ganz besondere Bedeutung der Waldenser sehr bewusst ist“, so Erster Beigeordneter Martin Killinger.

Auf den Spuren der Waldenser im Heckengäu

Im Heckengäu lässt sich die Waldensergeschichte besonders wunderbar entdecken, zum einen wegen seiner wunderschönen Landschaften, zum anderen, weil in der Region gleich mehrere Waldenserorte die Kulturlandschaft prägen: neben Perouse auch Neuhengstett (Gemeinde Althengstett), Lucerne (Gemeinde Wurmberg), Pinache und Serres (Gemeinde Wiernsheim) und Dürrmenz (Stadt Mühlacker).

Der „Hugenotten- und Waldenserpfad“ führt über den Calwer Stadtteil Heumaden nach Neuhengstett und bietet einen wunderbaren Blick auf die „Platte“ und die südlichen Höhen des Schwarzwalds. Von Neuhengstett aus geht es nach Simmozheim, ein Stück den Gäurandweg entlang, durch den Wald auf Merklingen zu und weiter nach Norden. Die Flurnamen „Grand Ordon“ und „Welscher Wald“ kündigen bereits Perouse an. In Perouse erinnern die Waldenserkirche von 1738 und ein Gedenkstein an Pfarrer Henri Arnaud, das Pfarrhaus von 1762 und die Zehntscheune mit dem Rathaus von 1867 an die Anfänge der Waldenserkolonie. Eine Tafel hält die historischen Daten des Waldenserdorfes fest. Der Weg führt an den schön sanierten historischen Bauwerken im Ortskern vorbei und dann weiter in nordwestliche Richtung über Wurmberg und Wiernsheim nach Pinache und Serres. Erneut über den Gäurandweg geht es dann durch Wald und Feld nach Dürrmenz, der letzten nahegelegenen Waldenseransiedlung auf der Strecke.
 
Infos unter: www.hugenotten-waldenserpfad.eu

Steinbrunnen mit Büste von Henri Arnaud
Henri-Arnaud-Brunnen Perouse