Die Traueroase für Sternenkinder ist fertig angelegt

Ein stiller und besinnlicher Ort für trauernde Eltern auf dem Rutesheimer Friedhof

Ein Kind zu verlieren, bedeutet für Eltern unermesslichen Schmerz. Ein kaum vorstellbarer Verlust, der Raum für Trauer braucht. Auf dem Rutesheimer Friedhof ist in den letzten Monaten ein besinnlicher Ort entstanden, der es speziell Eltern von Sternenkindern ermöglicht, in Ruhe und einer angemessenen Atmosphäre Abschied zu nehmen.

Fehlgeborene oder bei der Geburt verstorbene Kinder werden als Sternenkind, Engelskind oder auch Schmetterlingskind bezeichnet. In den Begriffen sind die himmlischen Motive des Sterns und der Flügel aufgehoben. Sternenkinder (sofern sie bei der Geburt nicht mehr als 500 Gramm gewogen haben) können, müssen aber nicht bestattet werden. Der Wunsch nach einer Art Traueroase auf dem Friedhof sei in der Vergangenheit mehrfach an die Stadtverwaltung herangetragen worden, berichtet Bürgermeisterin Susanne Widmaier. Mit der Unterstützung des Verwaltungsausschusses konnte es schon bald nach der Anfrage an die Umsetzung gehen.

Die Traueroase

Direkt vom Hauptweg aus führt künftig ein Rosentunnel (sobald die Pflanzen gewachsen sind) die Trauernden an den zentral gelegenen, aber doch etwas abgeschiedenen Ort. Der kreisförmige Platz, der hoffentlich bald von blickdichten Hecken eingerahmt wird, garantiert Ruhe und Frieden. Die Bepflanzung ist bereits erfolgt, so Markus Sattler vom Bauamt. Den Bau der Traueroase hat der städtische Bauhof übernommen und großartige Arbeit geleistet. Besonders schöne Gestaltungselemente werden ab dem Frühjahr die sternförmig angelegten Blumen- und Rasenflächen sein. Letztere sind als Ruhestätte für die Urnen gedacht. In der Mitte wurden zwei schöne weiße Marmorplatten aufgestellt, aus deren Zusammenspiel ein Kreuz entsteht. Der beauftragte Steinmetz war von der Idee einer Traueroase so begeistert, dass er der Stadt lediglich die Materialkosten in Rechnung gestellt hat. Was nun noch fehlt, sind die Sitzbänke, die aktuell noch eingelagert sind und nach dem Winter aufgestellt werden.

Info

In der Traueroase können Gegenstände und Zeichen des Erinnerns und Gedenkens an der Grabstätte abgelegt werden. Diese können vom Friedhofsamt entfernt und entsorgt werden, wenn sie beispielsweise verwelkt, defekt oder mit der Würde des Ortes nicht vereinbar sind. Eine Aufbewahrungspflicht besteht nicht.

Zu sehen ist ein sternförmig angelegtes Grabfeld mit Weg rundherum und in der Mitte stehen zwei weiße Marmorplatten, die ein Kreuz ergeben.