Der Rutesheimer Haushalt für das kommende Jahr ist eingebracht

Stadt investiert 2022 rund 16,6 Millionen

Der Rutesheimer Haushalt für das Jahr 2022 ist eingebracht. Der Gemeinderat befasste sich in jüngster Sitzung mit dem umfangreichen Zahlenwerk. Im Ergebnishaushalt werden Erträge von 33,9 Mio. Euro erwartet. Demgegenüber stehen Aufwendungen von 34,3 Mio. Euro. Unter dem Strich steht ein Minus von 400.000 Euro.

Wie bei allen Kommunen im Land wirken sich die einbrechenden Steuereinnahmen des Vorvorjahres 2020 auch in Rutesheim aus. Die Zuweisungen aus dem kommunalen Finanzausgleich stagnieren und die Umlagen an Land und Landkreis steigen.

Gleichzeitig beinhaltet der Haushaltsentwurf wie schon in den Jahren zuvor ein hohes Investitionsvolumen. Knapp 16,6 Millionen Euro werden im kommenden Jahr investiert. „Das ist außerordentlich viel, aber ich versichere Ihnen, wir leisten uns keinen Luxus“, sagte Bürgermeisterin Susanne Widmaier in ihrer Haushaltsrede. Trotzdem sei es wichtig am Ball zu bleiben. „Für das Wohle unserer Stadt ist es mir ein Anliegen, Rutesheim 2022 weiterhin zu gestalten, weiterzuentwickeln und zukunftsfähig zu machen.“

Rund 9 Millionen Euro sind für den Erwerb und die Erschließung von Baugrundstücken vorgesehen. Diese Investitionen sollen nach dem Verkauf der Grundstücke wieder als Geldvermögen an den städtischen Haushalt zurückfließen. „Zudem schaffen wir damit den in unserer Region so dringend benötigten Wohnraum sowie die Möglichkeit, Arbeitsplätze zu sichern.“ Die restlichen 5,9 Millionen Euro fließen in Baumaßnahmen. Insgesamt 16 Prozent der Investitionsausgaben können aus den im Ergebnishaushalt erwirtschafteten Mitteln gedeckt werden. Weitere Finanzierungsmittel, also Einzahlungen aus Investitionstätigkeit, sind Zuweisungen und Zuwendungen des Bundes und Landes sowie die Veranlagung von Beiträgen. Am Ende des Jahres fehlen im Investitionsprogramm 2.260.000 Euro. Dieser fehlende Geldbetrag muss aus dem zur Verfügung stehende Geldvermögen der Stadt entnommen werden, wie Kämmerer Rainer Fahrner erklärte.

Schwerpunkte der Investitionsausgaben:

  • Grunderwerbs- und Erschließungskosten für das Werksgelände und den angrenzenden Parkplatz der Firma Bosch zur Konversion in Wohnbauflächen.
  • Erschließung des neuen Gewerbegebiets im Gewann „Gebersheimer Weg“.
  • Erweiterung des Kindergartens Silcherstraße in Perouse.
  • Sanierungen und Erneuerungen der Kanäle im Entwässerungsnetz.
  • Grunderwerbskosten für das Wohnbaugebiet Krautgärten in Perouse.
     

Dazu kommen weitere kleinere Vorhaben, die in ihrer Auswirkung auf das soziale Miteinander und eine nachhaltige und klimafreundliche Umwelt wichtig sind. Dazu gehören Maßnahmen für den Ausbau der Radinfrastruktur, Energiekonzepte, Photovoltaikanlagen, Barrierefreiheit und nicht zu vergessen die Investition in die Kinder und Jugendarbeit und die digitale Ausstattung der Verwaltung und der Schulen.

Ausblick

Das Investitionsvolumen in den Folgejahren wird voraussichtlich insgesamt 35,5 Millionen Euro betragen.
 
 2023:  15,1 Mio. Euro
 2024:  10,1 Mio. Euro
 2025:  10,2 Mio. Euro

Folgende noch nicht genannten Vorhaben wurden ins mittelfristige Investitionsprogramm 2023 bis 2025 aufgenommen:

Derzeit läuft eine Untersuchung zur Prüfung verschiedener Aus- bzw. Umbauvarianten für die Kläranlage. Erfolgt beispielsweise ein Ausbau zur vierten Reinigungsstufe können aus dem Abwasser zusätzlich Spurenstoffe, wie beispielsweise Rückstände von Arzneimitteln, herausgefiltert werden. Insgesamt 4,5 Mio. Euro Investitionskosten sind dafür in den nächsten Jahren vorgesehen. Um dem stetig wachsenden Betreuungsbedarf von Kindern gerecht zu werden, ist geplant, in der Bahnhofstraße eine Kindertagesstätte zu bauen. Zusätzlich sollen über der Kindertagesstätte Wohnungen entstehen. Dafür werden insgesamt 8,3 Mio. Euro benötigt.

Danke!

Bürgermeisterin Susanne Widmaier dankte in ihrer Haushaltsrede allen Kolleginnen und Kollegen, die viel Mühe und Zeit in die Haushaltsaufstellung investiert haben. Außerdem galt ihr Dank den Damen und Herren des Gemeinderats, die bei allen Entscheidungen das Wohl der Stadt im Blick haben. Sie richtete auch an alle Bürgerinnen und Bürgern und Abgabepflichtigen für die Mitwirkung bei der Erfüllung der vielfältigen Aufgaben in der Stadt, und nicht zuletzt für die Zahlung der Steuern und Abgaben.

Grafische Darstellung Ergebnishaushalt Einnahmen.
Grafische Darstellung Ergebnishaushalt Ausgaben.