Bürgerbeteiligung in Form einer öffentlichen Auslegung des Planentwurfs beschlossen

Die Lärmbelastung für Rutesheimer Bürgerinnen und Bürger weiter reduzieren – das ist das Ziel der Fortschreibung des Lärmaktionsplan (LAP), die der Technische Ausschuss vor rund einem Jahr in Auftrag gab. In seiner öffentlichen Sitzung am 8. November hat der Gemeinderat den inzwischen vorgelegten Entwurf gebilligt und die Beteiligung der Öffentlichkeit beschlossen. Von morgen, 19. November, bis einschließlich 20. Dezember kann der Entwurf im Rathaus Rutesheim oder unter https://kurzelinks.de/LAP-Entwurf eingesehen werden. Im selben Zeitraum können Stellungnahmen abgegeben werden.

„Wir haben für Verkehrslärm-Minderung und Lärmschutz bereits sehr viel getan und erreicht“, freut sich Erster Beigeordneter Martin Killinger. „Unter anderem wurden bisherige innerörtliche Hauptstraßen auf nicht weniger als sieben Kilometern Länge neu gestaltet beziehungsweise die zulässige Höchstgeschwindigkeit reduziert. „Dennoch hat das Thema unverändert einen hohen Stellenwert für uns, auch im Zuge des aktuellen Mobilitätskonzepts und des neuen Stadtentwicklungsplans (STEP).“ Aus diesem Grund hat der Technische Ausschuss im November letzten Jahres die Einleitung des Verfahrens zur Fortschreibung des Lärmaktionsplanes (LAP) beschlossen und den entsprechenden Auftrag zu einem Preis von rund 13.000 Euro an das Büro BS Ingenieure, Ludwigsburg übergeben.

Vorgeschlagene Maßnahmen

Zusammenfassend sollen die durch die Fortschreibung des LAP aufgezeigten Möglichkeiten in vollem Umfang genutzt werden. Darunter fallen insbesondere Maßnahmenvorschläge des Ingenieurbüros zur weiteren Geräuschreduzierung durch Geschwindigkeitsbegrenzungen auf insgesamt knapp 1.000 Metern Länge innerorts, in der Pforzheimer, Renninger, Heimerdinger und Flachter Straße. Um die Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeiten zu fördern, schlägt der LAP vor, die Intensität von Geschwindigkeitsüberwachung in Rutesheim zu erhöhen.

Des Weiteren soll die Geschwindigkeit auf der L 1180 auf einer Streckenlänge von circa 420 Metern – zwischen Kreisverkehrsplatz L 1180/K 1013/Heimsheimer Straße und Höhe Gebäude „Hauptstraße 69“ – ganztags auf Tempo 70 beschränkt werden, da in diesem Abschnitt an zwölf der im unmittelbaren Einflussbereich gelegenen Gebäude die Grenzwerte von 55 Dezibel im Nachtzeitraum überschritten werden. Insgesamt sind 78 Bewohner nachts von gesundheitskritischen Pegeln betroffen.

Darüber hinaus regt der Entwurf an, bei den jeweiligen Baulastträgern die Durchführbarkeit weiterer Lärmsanierungsmaßnahmen – wie beispielsweise den Einbau von lärmmindernden Fährbahnbelägen – in Rutesheim prüfen zu lassen und die Erneuerung des Flüsterasphalts auf der A 8, die der Planfeststellungbeschluss für das Jahr 2024 vorgibt, rechtzeitig vorzubereiten. In Bezug auf die A8 tritt der LAP auch weiterhin für eine mindestens nächtliche Geschwindigkeitsbeschränkung auf 120 Stundenkilometer zwischen der Anschlussstelle Leonberg-West und dem Parkplatz Höllberg in beiden Fahrtrichtungen ein. Die Räte beschlossen, diese erneut beim zuständigen Regierungspräsidium Stuttgart zu beantragen.

„Die Stadtverwaltung möchte die Fortschreibung des LAP erneut intensiv nutzen und objektiv über die aktuelle Verkehrslärm-Situation informieren sowie nach Abwägung aller Belange und soweit rechtlich möglich weitere sinnvolle Verbesserungen für die Bürgerinnen und Bürger erreichen“, so Martin Killinger. „Vor allem wollen wir mit großem Nachdruck, gerne auch mit politischer Unterstützung, im nunmehr dritten Anlauf eine Geschwindigkeits­beschränkung auf der sehr nahe gelegenen und stark und schnell befahrenen Autobahn A 8, insbesondere in der Nachtzeit erreichen.

Weiteres Vorgehen und Öffentlichkeitsbeteiligung

Von morgen, 19. November, bis einschließlich 20. Dezember kann der vollständige Entwurf im Zuge der beschlossenen Öffentlichkeitsbeteiligung während den Öffnungszeiten im Rathaus Rutesheim, Zimmer 206, sowie im Internet unter https://kurzelinks.de/LAP-Entwurf eingesehen werden. In diesem Zeitraum können Bürgerinnen und Bürger per E-Mail an stadt@rutesheim.de, schriftlich oder mündlich zur Niederschrift eine Stellungnahme abgegeben. Ebenfalls beteiligt werden maßgebende Träger öffentlicher Belange (TÖB) sowie Nachbarstädte und -gemeinden. „Inhaltliche Vorschläge werden aufgenommen, geprüft, abgewogen und sofern möglich eingebunden“, versichert Martin Killinger. Anschließend wird der endgültige Lärmaktionsplan vom Gemeinderat der Stadt beschlossen.

„Neben allen planerischen, straßenverkehrsrechtlichen und baulichen Maßnahmen können jedoch vor allem auch wir als Verkehrsteilnehmer viel zur Vermeidung und Minderung von Lärm beitragen, indem wir vorausschauend und niedertourig fahren und zu starkes Beschleunigen vermeiden“, erinnert der Erste Beigeordnete. Neben der Lärmreduktion trage dies – ebenso wie die im LAP vorgesehenen Geschwindigkeitsbegrenzungen – zudem nachweislich erheblich zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch und damit zu erheblich geringeren Emissionen und damit zum Klimaschutz bei.

Clipart starke Schallwellen, die das menschliche Ohr erreichen
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