Beeindruckende Beteiligung der Jugendlichen am Stadtentwicklungsprozess

Was wünscht sich die jüngere Generation für ihre Stadt? Die Antwort darauf gaben drei Vertreter der Jugendkonferenz am 17. Juli 2021 im Rahmen der Zukunftswerkstatt in der Aula. 

Ihre Präsentation war das Ergebnis der Klassenlehrerstunden im April und Mai und der Jugendkonferenz am 2. Juli, über die die Rutesheimer SchülerInnen aktiv in den Stadtentwicklungsprozesses (STEP) eingebunden wurden. Wie in der letzten Ausgabe versprochen, wollen wir Ihnen heute ebenfalls die Ergebnisse präsentieren.

Insgesamt 39 SchülerInnen aus den Jahrgangsklassen fünf bis zwölf der Werkrealschule, Realschule und des Gymnasiums nahmen an der Jugendkonferenz am 2. Juli teil. Ihnen zur Seite standen Bürgermeisterin Susanne Widmaier und Erster Beigeordneter Martin Killinger, die in den Pausen drängende Fragen der Jugendlichen beantworteten, Stephan Wensauer und Lena Zimmermann vom Jugendreferat, Baris Hübner und Isabell Schuster von der Schulsozialarbeit, Tanja Krause von der Schulentwicklung des Gymnasiums Rutesheim sowie
Reinhard  Bohne, Helena Becker und Alexandra Ulrich als Vertreter von Weeber+Partner.

Zu Beginn wurden zunächst die Ergebnisse der Klassenlehrerstunden vorgestellt, die dann die Grundlage für die erste Gruppenarbeitsphase bildeten. Nach Jahrgangsstufen getrennt, überlegten die SchülerInnen, welche Aspekte eine Rolle spielen, damit man sich als  Jugendlicher gerne an einem Ort aufhält oder ein bestimmtes Angebot gut nutzen kann. In einem zweiten Schritt wurden erste konkrete Ideen entwickelt, wie Rutesheim zu einer jugendfreundlicheren Stadt werden kann. Bürgermeisterin Widmaier half, die Ideen und Gedanken der Jugendlichen richtig einzuordnen und die Grenzen des Möglichen aufzuzeigen.

In der zweiten Phase kamen die SchülerInnen in vier altersgemischten Gruppen zusammen, in denen sie einander zunächst die Ergebnisse der ersten Gruppenarbeit vorstellten, um ein umfassendes Verständnis für die Bedarfe und Ideen aller Altersgruppen zu schaffen. Dann arbeiteten die Jugendlichen konzentriert und motiviert zusammen und entwickelten auf Basis eines Lückentextes vier Statements, die als Empfehlung an die Stadt dienen und das Endergebnis der Jugendkonferenz dokumentierten – und wer nun denkt, es würde sich darin hauptsächlich um mehr Spaß drehen, der wird eine angenehme Überraschung erleben.

Jugendliche beteiligen sich intensiv am STEP

Klassenlehrerstunden und der Jugendkonferenz

Wie wir in den Stadtnachrichten bereits berichtet haben und wie Sie in dieser Ausgabe schon auf dem Titel lesen konnten, sind die Jugendlichen intensiv am Stadtentwicklungsprozess (STEP) in Rutesheim beteiligt. In Klassenlehrerstunden und innerhalb der Jugendkonferenz brachten sie tolle Ideen ein.
Als erstrebenswerte Ziele einer Stadtentwicklung etwa erarbeiteten die Gruppen folgende Punkte: dass die Natur geschützt bleibt und Klimaneutralität angestrebt wird, dass die Interessen aller jungen Menschen umgesetzt und Jugendliche gehört werden, dass die Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden und im Außenraum verbessert wird und dass Raum für alle Altersgruppen geschaffen beziehungsweise neu gestaltet wird.
Jedes Statement begann jedoch zunächst mit dem Positiven und es gab durchaus einiges, was den SchülerInnen an Rutesheim bereits gefällt: dass es viele und vielfältige Angebote in erreichbarer Nähe gibt, beispielsweise, und dass es ein gut ausgestattetes Schul- und Sportzentrum und einen schönen grünen, freien, modernen, großflächigen Stadtkern gibt.
Schade finden sie jedoch, dass es keine E-Scooter gibt und dass zu wenig Busse fahren, dass es zu wenige Treffpunkte und Parkplätze sowie keine Gastronomie speziell für Jugendliche gibt und dass es eine starke Vermüllung gibt. Sie wünschen sich, dass Fahrradwege und Buskapazitäten ausgebaut und E-Scooter angeschafft werden, dass Sportplätze erneuert werden, dass die Öffnungszeiten der Bibliothek angepasst werden, dass es mehr Parkplätze, Jugendräume, Treffpunkte und Ausgehmöglichkeiten für Jugendliche gibt und mehr  Sauberkeit.
Die Frage, was für sie Priorität hätte, wenn sie eine Sache verändern könnten, beantworteten die Gruppen so: „Jugendbeteiligung“, „Mehr und bequeme Sitzgelegenheiten“, „Öffnungszeiten und Taktungen“ und „Platzproblem & Gestaltung“. Toll wäre, wenn neue Räume  beschaffen und bestehende besser genutzt würden, es mehr und vielseitigere Sitzmöglichkeiten, ein Café und bessere Busverbindungen gäbe – und: in Zukunft mehr Jugendbeteiligung.