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Aus der Gemeinderatssitzung am 1. Oktober 2018

1. Bekanntgaben
Die Förderungen für die Ersatzbeschaffungen für das LF 8/6 Perouse und LF 16/12 Rutesheim sind bewilligt worden
In der Finanzplanung sind für die nächsten Jahre 2019 und 2020 folgende Ersatzbeschaffungen von Feuerwehrfahrzeugen vorgesehen:2019 Ersatz für das LF 8/6 Perouse durch ein HLF 10/6, Planansatz 300.000 €, Zuschuss nach Z-Feu pauschal 92.000 €.2020 Ersatz für das LF 16/12 Rutesheim durch ein HLF 20/16, Planansatz 380.000 €, Zuschuss nach Z-Feu pauschal 92.000 €.Das Landratsamt Böblingen hat die beantragten Förderungen am 01.08.2018 bewilligt. Das ist sehr erfreulich. Gemeinsam mit der FFW Rutesheim wird die europaweite Ausschreibung erfolgen.Wie erwartet nicht bewilligt wurde die Förderung für die Ersatzbeschaffung des MTW. Der Auftrag für diese Ersatzbeschaffung wurde am 25.04.2018 erteilt. Die Lieferung wird voraussichtlich zum Jahresende 2018 erfolgen.
Realschulkonrektorin Tamara Rumpelt wurde zur Realschulrektorin, Frau Miriam Hieber zur Konrektorin ernannt
Das Staatliche Schulamt Böblingen hat mit Wirkung vom 15.08.2018 Frau Realschulkonrektorin Tamara Rumpelt zur Realschulrektorin der Realschule Rutesheim und als Konrektorin Frau Miriam Hieber ernannt.

2. Weitere Verbesserungen im Stadtverkehr (Stadtbus)Mit GR-Beschluss vom 28.02.2011 sind ab 02.05.2011 wesentliche Verbesserungen im Stadtverkehr erfolgt und zudem hat die Stadt Rutesheim ein Busticket für nur 1 € je Fahrt im ganzen Stadtgebiet Rutesheim, unabhängig von der Zahl der Haltestellen in Rutesheim einschließlich Perouse und Heuweg inkl. Umstieg, eingeführt, das derzeit mit rd. 1 € je Ticket von der Stadt Rutesheim subventioniert wird. Mit GR-Beschluss vom 23.04.2012 sind ab 02.05.2012 diese zusätzlichen Fahrten auf Montag bis Freitag von 6 Uhr bis 21 Uhr (statt bis 19 Uhr) und am Samstag von 7.30 Uhr bis 15 Uhr ausgedehnt worden.Die wesentlichen Vorteile sind:Durchgehender 30-Minuten-Takt Montag bis Freitag von 6 Uhr bis 21 Uhr und Samstag von 7.30 Uhr bis 15 Uhr auf der bewährten Route: S-Bahnhof, Heuweg, Lessingstraße, Bosch und RathausZusätzlich im Stadtverkehr bediente Haltestellen: Widdumhof, Keplerstraße, Gewerbegebiet Steige, Drescherstraße, Festhalle (Schulstraße), Gebersheimer Straße, Schillerstraße und Dieselstraße.Alle VVS-Fahrkarten – auch die Monatsfahrkarten – gelten auch im Stadtbus. Inhaber von Dauerfahrscheinen zahlen somit für diese Verbesserungen nichts.Kurzstreckentarif von nur 1 € je Fahrt (Kinder bis 14 Jahre nur 0,50 €), unabhängig von der Zahl der Haltestellen in Rutesheim einschließlich S-Bahnhof, Perouse und Heuweg, subventioniert von der Stadt Rutesheim – das gilt auch für eine Fahrt mit Umstieg von Linienbus auf Stadtbus, z.B. ab Perouse über Haltestelle Rathaus bis zum S-Bahnhof Rutesheim.
Der Gemeinderat hat am 27.06.2016 einstimmig beschlossen:„Für das neue wettbewerbliche Verfahren inkl. Vorinformation wird zur Gewährleistung des heutigen Verkehrsangebots der Linie 655 Stadtverkehr Rutesheim ab Dezember 2018 für die geplante Laufzeit von 8 ½ Jahren dem Landkreis Böblingen die kommunale Zubestellung und die 50%-ige kommunale Mitfinanzierung durch die Stadt Rutesheim in Höhe von jährlich voraussichtlich rd. 60.000 € verbindlich zugesagt.“Dieser Beschluss war notwendig geworden, weil der Landkreis Böblingen als Träger des ÖPNV durch Buslinien nach EU-Recht verpflichtet war, alle Busleistungen in einem wettbewerblichen Verfahren öffentlich auszuschreiben und zu vergeben.Das hat seinerzeit im Juni 2016 bedeutet, dass lt. Landratsamt Böblingen – ÖPNV-Amt damit gerechnet werden musste, dass die Höhe der kommunalen Mitfinanzierung der Stadt Rutesheim beim Stadtbus Linie 655 ab Dezember 2018 für die Laufzeit von 8 ½ Jahren von bislang zirka 30.000 € pro Jahr auf rd. 60.000 € pro Jahr ansteigen wird; bei unverändertem Fahrtenangebot. Die Stadt musste dazu eine rechtsverbindliche Erklärung vor dem Beginn des wettbewerblichen Verfahrens gegenüber dem Landratsamt Böblingen – ÖPNV-Amt für diese Laufzeit von 8 ½ Jahren abgeben.Insofern war es ein weitsichtiger GR-Beschluss, trotz diesen deutlich höheren verbindlichen Kostenzusagen für die Stadt Rutesheim, das bestehende Fahrtenangebot unverändert beizubehalten und dem wettbewerblichen Verfahren zu Grunde zu legen.Tatsächlich hat die Firma Seitter dann doch in diesem wettbewerblichen Verfahren einen sogenannten „eigenwirtschaftlichen Antrag“ gestellt, in dem sie sich verpflichtet hat, das ausgeschriebene Fahrtenangebot mit allen detaillierten Qualitätsvorgaben während der Laufzeit zuverlässig zu erfüllen und zwar ohne kommunale Subventionen. Dies ist betriebswirtschaftlich eine sehr große Herausforderung.Dadurch hat sich die Firma Seitter jedoch das Linienbündel u.a. mit der Linie 655 für die nächsten 8 1/2 Jahre ab Dezember 2018 gesichert und die ansonsten erfolgende öffentliche Ausschreibung abgewendet.Angebot für zusätzliche Fahrten des StadtbussesNachdem das Regierungspräsidium Stuttgart inzwischen den eigenwirtschaftlichen Antrag der Firma Seitter genehmigt hat, hat die Stadtverwaltung bei Firma Seitter ein Angebot für zusätzliche Fahrten des Stadtbusses eingeholt. Das Angebot vom 16.07.2018 lautet:Grundlage der Berechnungen ist ein Fahrplanangebot an allen Sonn- und Feiertagen im Zeitraum von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr.Einsatz zweier Fahrer (1. Fahrer 10.30 Uhr mit dem Stadtbus ab Depot Friolzheim bis 15.00 Uhr Rückkehr mit Ablöse-PKW am Depot, 2. Fahrer 14.15 Uhr mit Ablöse-PKW ab Depot Friolzheim bis 18.45 Uhr Rückkehr am Depot mit dem Stadtbus).Zusätzliche Arbeitszeit für Vorbereitungs- und Abschlusszeiten (40 Minuten pro Tag).Fahrzeugkapitalkosten werden keine berechnet.Als Gemeinkosten werden anteilig der Dispositionsanteil und die Reinigungskosten verrechnet.Die Kosten für den Ablöse-PKW werden nur mit einem km-Anteil berechnet, Fahrzeugkapitalkosten fallen keine an.
Überschlägige Gesamtkosten pro Jahr (an 63 Sonn- und Feiertagen): 26.460 €. Hiervon können zu erwartende Fahrgelderlöse in Hohe von ca. 2.420 € pro Jahr im ersten und zweiten Jahr pauschal abgezogen werden. Danach müssen diese durch die Erhebungen des VVS bestätigt werden. In den Folgejahren werden dann die wirklich erzielten Fahrgelderlöse gegengerechnet.Das wären Kosten für die Stadt für 15 zusätzliche Fahrten an 63 Sonn- und Feiertagen von voraussichtlich rd. 24.000 € pro Jahr.Der Landkreis Böblingen wird sich voraussichtlich an diesen Kosten nicht beteiligen. Dies liegt in der verkehrlichen Einschätzung des VVS begründet. Sie lautet:„Was die verkehrliche Sinnhaftigkeit der Maßnahme angeht, gehen wir für den nun anvisierten Sonn- und Feiertagsbetrieb der Linie 655 nur von einem geringen verkehrlichen Effekt aus. Die S-Bahnen nach Stuttgart fahren an Sonn- und Feiertagen ohnehin nur alle 30 Minuten und sind vollständig von Rutesheim mit Buszu- und -Abbringerfahrten versehen (Linien 634 und 653). Das heißt, für Fahrgäste, die an Sonn- und Feiertagen von Rutesheim nach Stuttgart oder zurück wollen, bringen die Fahrten keinen Mehrwert. Somit entsteht noch der Vorteil, dass einige Fahrgäste einen kürzeren Weg zur nächsten Haltestelle haben (die Linien 653 und 634 bedienen nicht sämtliche Haltestellen, welche von der Linie 655 angefahren werden) und an Sonn- und Feiertagen eine Direktverbindung von Rutesheim nach Rutesheim S-Bahnhof besteht. Für diese verkehrlichen Funktionen sehen wir aber an Sonn- und Feiertagen nur ein geringes Potenzial. Dass wir im Schnitt fünf bis zehn Fahrgäste auf den zusätzlichen Fahrten je Fahrt erwarten können (Anmerkung: Was die Voraussetzung für eine Kostenbeteiligung ist) vermuten wir nicht.Sinnvoller wäre es deshalb u.E., Fahrleistungen am Samstag zuzubestellen. Samstags besteht erstens durch den Einkaufsverkehr, der mit dem aktuellen Fahrplan bei weitem nicht abgedeckt ist, ein deutlich höheres Fahrgastaufkommen als an Sonn- und Feiertagen und zweitens haben wir eine Idee entwickelt, mit der man den Samstagsverkehr insgesamt nochmals deutlich attraktiver machen könnte:An Samstagen könnte die Fahrplanlage um 15 Minuten geschoben werden, da somit zusätzliche S-Bahn-Anschlüsse geschaffen werden könnten. Derzeit sind die Linien 653, 634 und 655 alle auf die Haupt-Takt-S-Bahnen ausgerichtet. Die Zwischen-Takt-S-Bahnen haben dagegen keine Busanbindung von und aus Rutesheim. Ergo würde für die Relation Rutesheim-Stuttgart am Samstag durch eine Schiebung der Linie 655 aus einem Halbstunden-Takt ein Viertelstunden-Takt (Verdopplung der Fahrtmöglichkeiten) werden. Ferner könnte durch die zeitliche Verschiebung ein Anschluss zur S 60 von und nach Böblingen hergestellt werden. Im Hinblick auf die für Juni 2019 vorgesehene Ausweitung des 15 Minuten-Takts der S 6/S60 am Samstagnachmittag wäre bei einer solchen Verschiebung um 15 Minuten eine Betriebszeitverlängerung des Stadtverkehrs am Samstagnachmittag sinnvoller als ein Sonntagsverkehr. Darüber hinaus stellt dies auch eine interessante Option für montags bis freitags dar – spätestens sobald die S-Bahn tagsüber durchgehend im 15 Minuten-Takt verkehrt.“Ein kleiner Nachteil wäre bei dieser vorgeschlagenen Verschiebung der Fahrplanlage um 15 Minuten, dass die Fahrzeiten des Stadtbusses nicht mehr mit den gewohnten Fahrzeiten des Stadtbusses montags bis freitags übereinstimmen würden.Dazu nachgefragt hat der VVS erläutert:„Prinzipiell ist dieser Hinweis natürlich korrekt. Allerdings ist eine derartige Angebotsumstellung immer gesamtheitlich zu sehen. Die Fahrgäste müssen sich zwar an neue Abfahrtszeiten gewöhnen, aber Ihre Kommune erhälterstens samstags viertel- statt halbstündliche Verbindungen von und nach Stuttgartzweitens samstags attraktive Anschlüsse von und nach Böblingen/Sindelfingen im Halbstunden-Takt.
In der Summe sehen wir dadurch deutlich mehr Vorteile als Nachteile.Darüber hinaus lässt sich dieses Problem entschärfen, in dem die Abfahrtszeiten auch montags bis freitags um 15 Minuten geschoben werden. Dies hätte den Vorteil, dass auch montags bis freitags halbstündlich attraktive Umsteigeverbindungen nach Böblingen und Sindelfingen entstehen würden. Allerdings sollten die Abfahrtszeiten montags bis freitags derzeit im Zeitraum von ca. 10 bis 15 Uhr nicht verschoben werden, da diese Fahrten dann keine Anschlüsse von und nach Stuttgart hätten. Dieses Problem ist aber nur vorübergehend, denn Ende 2020 werden die S-Bahnen auch in diesem Zeitraum durchgängig viertelstündlich fahren und ihr Stadtbus könnte zu allen Zeiten eine um 15 Minuten gedrehte Taktlage erhalten. Damit würde generell Anschluss nach Böblingen/Sindelfingen und nach Stuttgart bestehen.“Diese Verschiebung der Abfahrtszeiten auch montags bis freitags um 15 Minuten soll deshalb Ende 2020 vorgesehen werden, wenn die S-Bahnen auch in diesem Zeitraum durchgängig viertelstündlich fahren.Mögliche Alternativen ?Angefragt wurden diese zusätzlichen Fahrten alternativ auch bei Taxi-Unternehmen. Nur Firma Taxi Ali, Rutesheim, hat angeboten, diese zusätzlichen 15 Fahrten wie sie von Firma Seitter an Sonn- und Feiertagen angeboten wurden, mit einem 9-Sitzer zu bedienen.Dafür hat er einen Preis von 276 € netto pro Tag benannt. Bei 7 % MWSt. und 63 Sonn- und Feiertagen im Jahr wären das 18.605,16 € pro Jahr.Für innerstädtische Fahrten alternativ auf „Ruf-Auto-Basis“ hat er einen Preis von pauschal 10 € zuzüglich 7 % MWSt. je Fahrt benannt. „Ruf-Auto“ bedeutet, dass der Nutzer spätestens 1 Stunde vorher anrufen und das Taxi bestellen muss. Der Vorteil ist, dass es den Nutzer zum gewünschten individuellen Ziel in Rutesheim bringen kann. Die fahrplanmäßigen Fahrzeiten sind dann auch im Fahrplan mit dem Hinweis „Ruf-Auto“ dargestellt, werden natürlich aber nur bei Anforderung auch tatsächlich gefahren.Das ist ein 9-Sitzer, der vermutlich für die allermeisten Fahrten ausreichen würde. Sollte jedoch eine größere Gruppe mitfahren wollen, dann wäre das nicht möglich. Aus diesen Gründen wird vorgeschlagen, die Firma Seitter für die Ausdehnung der Fahrten am Samstag bis 21 Uhr zu beauftragen. Sie bedient bereits den Stadtverkehr und die Angebots­verbesserungen sind im bewährten System integriert. Hier wird den Argumenten des VVS folgend auch eine etwas größere Nachfrage als an Sonn- und Feiertagen erwartet. Von den Mehrleistungen können die zusätzlichen Erlöse durch Fahrgeldeinnahmen in Abzug gebracht werden. Zunächst werden vom Verband Region Stuttgart gemäß allgemeiner Vorschrift pro Jahr ca. 3.000 € pauschal für die Mehrleistungen an Samstagen vergütet. Abhängig von der tatsächlichen Nutzung des Verkehres können die Erlöse sich jedoch noch deutlich nach oben oder unten verändern.Eine geringere Nachfrage wird an Sonn- und Feiertagen prognostiziert. Deshalb eignet sich hier der Einsatz des „Ruf-Autos“, das zudem für die relativ wenigen Nutzer Vorteile bietet.Der Verwaltungsausschuss hat am 17.09.2018 empfohlen, das Ruf-Auto zusätzlich auch am Freitag- und Samstagabend von 21 Uhr bis 24 Uhr anzubieten. Wie oft es tatsächlich genutzt wird, lässt sich schwer schätzen. Gerechnet wird mit Kosten von max. ca. 3.000 € pro Jahr.Zu bedenken ist generell, dass kostenpflichtige Zubestellungen, sprich Verbesserungen durch Zubestellungen stets einfacher möglich sind als Reduzierungen. Auch braucht man beim ÖPNV einen „langen Atem“. Das heißt, dass Zubestellungen mindestens für 2 bis 3 Jahre und nicht nur kurzzeitig angeboten und durchgeführt werden sollten. Auch bei sehr geringer Nachfrage wäre eine Reduzierung auch bei schlechterer Haushaltslage als derzeit nicht ohne weiteres möglich, weil es immer einzelne Nutzer geben wird, die davon betroffen wären.StR Schaber erklärt für die UBR-Fraktion, dass ihr diese Verbesserungen ein wichtiges Anliegen sind. Die Vorschläge sind sehr gut. Ein kleines Manko ist die Vorlaufzeit für das Ruf-Auto von einer halben Stunde. Ein größeres Manko ist die Anbindung nach Böblingen aufgrund der relativ langen Wartezeit zwischen der S 6 und S 60 in Renningen. Die Möglichkeit auch dies wesentlich verbessern zu können, kommt mit den vom VVS angekündigten 15-Minuten-Takten ab 2020. Wie in der Drucksache dargestellt ist dann über einen Taktsprung beim Stadtbus zu beraten, weil dann die Verbindungen in beide Richtungen der S-Bahn, also nach Stuttgart und nach Böblingen ohne Wartezeiten möglich werden. StR Schlicher unterstreicht für die GABL-Fraktion die große Bedeutung des ÖPNV und es ist wichtig, diesen ständig zu verbessern. Mit einem weinenden Auge sieht er dabei die Haltung des VVS, der diese Verbesserungen den Standortkommunen überlässt. Gut ist, dass das Ruf Auto im Fahrplan integriert sein wird, dann wird es zum Beispiel auch in den Apps dargestellt. StR Boehm begrüßt für die CDU-Fraktion die Verbesserungen. Das Geld ist gut angelegt. StR Diehm erklärt für die BWV-Fraktion, dass die Verbesserungen sehr gut sind und sie sie vollauf unterstützen. Einstimmig wird beschlossen:Ab dem nächsten Fahrplanwechsel am 9.12.2018 werden folgende Fahrplanver­besserungen im Stadtverkehr Linie 655 bestellt:Am Samstag bis 21 Uhr (statt bisher bis 15 Uhr). Beauftragt wird die Firma Seitter zum Angebotspreis von rd. 10.000 € inkl. MWSt. pro Jahr.So bald als möglich wird an Sonn- und Feiertagen im gleichen Zeitraum wie beim werktäglichen Fahrplan der Linie 655, das heißt von 6 Uhr bis 21 Uhr, sowie am Freitag- und Samstagabend von 21 Uhr bis 24 Uhr das „Ruf-Auto“ eingeführt. Der Fahrpreis beträgt 2 € je Fahrt bzw. ermäßigt 1 € je Fahrt. Kurzstrecken-, Zeit-, Dauer- und Kombi-Tickets des VVS sowie das Stadtticket Rutesheim gelten auch im Ruf-Auto. Es fährt nur auf vorherige telefonische Anforderung (mindestens 1/2 Stunde) und fährt sie an das individuelle Ziel (in Rutesheim); der Aufpreis beträgt je Person 1 €. Die Kosten für die tatsächlichen Fahrten des Ruf-Autos in Höhe von 10,70 € inkl. MWSt. pauschal je Fahrt trägt die Stadt, die auch die Fahrgeldeinnahmen dafür erhält.

3. Zuschussantrag für einen Hort-Neubau im Schulzentrum Robert-Bosch-StraßeBürgermeisterin Widmaier erklärt, wie wichtig es aus ihrer Sicht ist, dass die Eltern auf eine gute und zuverlässige Kinderbetreuung zurückgreifen können. Hierfür ist Rutesheim auch bekannt. Während im Kleinkind- und Kindergartenalter zahlreiche Ganztagsangebote zur Verfügung stehen, darf im Grundschulbereich und auch später kein Vakuum entstehen, sodass die Kinder dann nicht betreut werden. Die berufstätigen Eltern brauchen die Betreuung als verlässlichen Faktor, um ihrer Berufstätigkeit nachgehen zu können. Die bisherige Hort-Betreuung ist sehr gut, allerdings stößt sie an ihre bauliche Grenzen: Teilweise teilen sich 50 Kinder einen Raum. Dies sollte dringend entzerrt werden. Die Nachfrage nach Hort-Plätzen für die Grundschüler/innen ist in den letzten Jahren stetig angestiegen und sie wird bis zu einem gewissen Prozentsatz der Grundschüler/innen weiter ansteigen. Das ist die logische Folge der gestiegenen und zunehmenden Nachfrage nach Ganztagesplätzen, beginnend in den Kinderkrippen für die 1- und 2-jährigen Kinder, über die Kindertagesstätten für 3- bis 6-jährige Kinder bzw. in der Tagespflege. Weitere Gründe für die weiter steigende Nachfrage sind:Größere Geburten- und KinderzahlenDie zunehmende Berufstätigkeit beider Elternteile
Das heutige Hort-Angebot in Rutesheim ist zudem attraktiv und es genießt einen guten Ruf. Die Grundschüler/innen werden von Montag bis Freitag täglich von 6.30 Uhr bis 17.00 Uhr im Hort, vor und nach dem Unterricht der Grundschule und an rd. 7 Wochen der Schulferien sogar durchgehend vom Hort-Team betreut, und dies an beiden Standorten der Grund­schule, sprich in der Hindenburgstraße und im Schulzentrum Robert-Bosch-Straße.Das ist weit mehr als eine Ganztages-Grundschule bieten könnte. Diese bietet nach den Vorgaben des Landes B.-W. eine Betreuung maximal an 4 Tagen pro Woche und dabei jeweils maximal nur 8 Zeitstunden und dies auch nur an Schultagen. Wie die Nachfrage für unsere Hort-Betreuung belegt, würde der Bedarf damit nicht gedeckt.Das Hort-Angebot wird durch die Kernzeitenbetreuung im Zeitraum von 7 Uhr bis 13.30 Uhr ergänzt, und dies an beiden Standorten der Grundschule, sprich in der Hindenburgstraße und im Schulzentrum Robert-Bosch-Straße, und dies an rd. 7 Wochen der Schulferien ebenfalls durchgehend.Im Zuge des im September 2017 fertig gestellten Erweiterungsbaus der Außenstelle in der Hindenburgstraße sind hier auch die Räume für den Hort und die Kernzeitenbetreuung an diesem Standort neu mit gebaut und der bisher genutzte Holzbau abgebrochen worden.Schulzentrum Robert-Bosch-StraßeIm Zuge der zunehmenden Nachfrage wurde die Kernzeitenbetreuung im September 2014 im EG-Nord des früheren Förderschulgebäudes separat eingerichtet. Dies hat sich bewährt.Für den Hort im Pavillon I wurden Zug um Zug weitere Klassenzimmer zur Verfügung gestellt, die bislang von der Grundschule der Theodor-Heuss-Schule genutzt worden waren. Seit dem Schuljahr 2017/2018 sind alle 4 Klassenzimmer im Pavillon I durch den Hort belegt. Die 4 früheren Klassenzimmer sind jeweils 70 m² groß. Der Küchenraum mit 24 m² ist relativ klein, das Büro rd. 15 m² groß. Der Neubau ist im OG mit 3 großen Räumen à 70 m², einem Raum mit 52 m² und im EG mit einem großen Raum à 70 m², einem kleineren Raum à 35 m² sowie mit einem Küchen- und Essbereich von rd. 140 m² zzgl. einem Büro mit 35 m² konzipiert. Der Biologie-Vorbereitungsraum der Realschule am Ende des Flures im Altbau muss in den Neu-/Anbau verlegt werden.Weil zugleich zusätzliche Klassenzimmer für die Schulen v.a. für die Realschule Rutesheim benötigt werden und die Nachfrage beim Regierungspräsidium Stuttgart ergab, dass der Neubau für den Hort grundsätzlich in vollem Umfang (mit einem Drittel) förderfähig ist, wurde der Gedanke entwickelt, diesen Neubau zu konzipieren.Aus ganz praktischen und räumlichen Gründen hat ein Standort auf dem Schulcampus große Vorteile. Die Grundschüler/innen haben kurze Wege zwischen ihrem Unterricht und dem Hort und umgekehrt. Der große Schulhof und angrenzende Sportanlagen (z.B. der Tartanplatz südlich des Jugendtreffs) eignen sich am Nachmittag sehr gut für die dringend notwendige Bewegung und Spiele im Freien.Große Vorteile bietet ein Neu- bzw. Anbau im Westen der Realschule Rutesheim, südlich des Pavillons II. Das Bauamt hat dazu die beil. Skizzen erstellt. Sofern alle wesentlichen Aufgaben des Horts im EG angeboten werden können, ist ein Aufzug in das OG nicht notwendig. Dies ist hier so möglich. Ein Aufzug wäre relativ teuer, vor allem auch aufgrund der regelmäßig hohen Kosten für den Wartungsvertrag. Die Öffnung zwischen Bestandsgebäude und Anbau bringt für diesen älteren Teil der Realschule zudem einen zweiten Rettungsweg über das Treppenhaus im Westen des Anbaus.Geprüft wurde alternativ ein Standort zwischen dem früheren Förderschulgebäude und dem Fachklassenbau. Allerdings reicht der Platz dazwischen bei weitem nicht aus.Die drei Schulleiter/innen sind vorab informiert und beteiligt worden. Sie begrüßen den Anbau. Konkrete Festlegungen, welche Schule welches frei werdende Klassenzimmer nutzen wird, sind bewusst noch nicht erfolgt. Das würde unserem Gedanken „Schulcampus“ widersprechen. Die Belegung der Räume muss flexibel gehandhabt und von Jahr zu Jahr mit den Schulleitungen besprochen werden. Die Schüler- und Klassenzahlen können sich sehr unterschiedlich entwickeln. Dem muss jährlich Rechnung getragen werden können. Nicht vorgesehen ist, die im Pavillon I frei werdenden Räume durch das Gymnasium Rutesheim zu belegen. Hier gelten die zuletzt im April 2018 im Gremium besprochenen Eckpunkte (u.a. auf keinen Fall erneut 7 Eingangs-Klassen zu bilden).Antragstermin für den Förderantrag ist Oktober 2018. Die Chancen für eine Bewilligung 2019 sind lt. Regierungspräsidium Stuttgart relativ gut.Auch wenn mit dem Beschluss für die Einreichung des Förderantrags formal noch kein Baubeschluss gefasst ist, wird damit trotzdem eine wichtige Vor-Entscheidung getroffen, weil es kaum vorstellbar und begründbar wäre, wenn das Projekt bei positivem Förderbescheid nicht angegangen werden würde.Vorgeschlagen wird zudem, das Projekt anteilig im Haushaltsplan 2019 und in der Finanzplanung sowie im nächsten Arbeitsprogramm 2019 des Gemeinderats aufzunehmen.Nach der Besichtigung des Standorts für die neuen Hort-Räume an der Realschule kamen die Mitglieder des Technischen Ausschusses zu dem Schluss, auch ein „UG“ in die Planung und den Zuschussantrag mit aufzunehmen.Da der künftige Hort-Anbau an die Realschule am Hang liegt, wären diese Räume kostengünstig herzustellen und die Räume im Süden mit Tageslicht ebenerdig zu belichten.StR Schenk bestätigt, dass diese Räume benötigt werden und der Vorschlag gut ist. Auch das Untergeschoss ist sehr sinnvoll, allerdings sind die Kosten relativ hoch und über Details muss noch beraten und entschieden werden.StR Diehm erklärt, dass sie hinter diesem Zuschussantrag stehen. Die Hort-Plätze sind ein wichtiger Bestandteil des Betreuungsangebots der Stadt Rutesheim. Richtig und wichtig ist, hier vorausschauend zu planen und zu handeln, damit nicht Anfragen wie in Nachbarorten abgelehnt werden müssen.StR Brunner sieht diesen Weitblick ebenfalls als sehr positiv und der Aufzug ist bei diesem Neubau und damit bei dieser Gelegenheit zwingend bzw. selbstverständlich. Er kann ja auch von mobilitätsbeeinträchtigen z.B. erkrankten Schülern der Realschule genutzt werden.StR Dr. Scheeff bestätigt den Vorschlag und die Planung ebenfalls, weil diese sehr vorausschauend und überzeugend sind. Auf Frage von StR Schlicher zur Zeitschiene und Zuschusshöhe erläutert Erster Beigeordneter Martin Killinger, dass der Zuschuss grundsätzlich ein Drittel der Kosten für die förderfähigen Flächen beträgt und mit dem Bau nicht vor dem Eingang des Zuwendungsbescheids, mit dem zirka im Juli 2019 gerechnet wird, begonnen werden darf. Somit könnte der Bau bis Sommer 2021 erstellt werden.Einstimmig wird beschlossen:Für einen Hort-Neubau im Schulzentrum Robert-Bosch-Straße wird ein Zuschussantrag beim Regierungspräsidium Stuttgart eingereicht.

4. Neubau Kindertagesstätte inRutesheim- Standortuntersuchungen und KostenschätzungBürgermeisterin Widmaier führt aus, dass aus der Bedarfsanalyse hervorgeht, dass eine neue Kindertageseinrichtung für die Ganztagesbetreuung notwendig ist, obwohl das Haus der Kinder gefühlt erst gestern in Betrieb gegangen ist. Verwaltung und Gemeinderat haben sich in den vergangenen Wochen intensiv mit der Bedarfsfortschreibung und damit auseinander gesetzt, welches der richtige Standort für eine 5-gruppige Einrichtung ist. Nach einer intensiven Suche, in der insgesamt 11 Standorte untersucht wurden, blieben am Ende zwei Standorte übrig: Die Ecke Bahnhofstraße/Stauffenbergstraße und ein Anbau an den Richard-Wagner-Kindergarten. Vor allem folgende Punkte haben die Verwaltung bewogen, diesen Standort zu wählen:Der zukünftige Bedarf an einer Kita in den kommenden Jahren wird genau an dieser Stelle erwartet: Die Bahnhofstraße ist zentral gelegen, gut erreichbar und durch die Bebauung des Bosch-Areals und später evtl. Spissen II hätten die Kinder hier einen kurzen Weg und könnten zu Fuß zur Einrichtung kommen beziehungsweise zu Fuß gebracht werden.Die Kita auf dem Parkplatz des aktuellen Bosch-Parkplatzes kann zeitnah geplant und gebaut werden.Durch den Bau der Kita in der Bahnhofstraße kann eine Reservefläche für einen evtl. zukünftigen Kindergarten in der Richard-Wagner-Straße verbleiben. Umgekehrt wäre dies nicht so: Die Bahnhofstraße wäre dann bebaut und stünde in der Zukunft nicht mehr zur Verfügung.In den Gesprächen mit den Verhandlungspartnern von Bosch wurde seither davon gesprochen, die Kita auf den Bosch-Parkplatz bauen zu wollen. Die Realisierung führt hier also auch zu einer Verlässlichkeit unter den Vertragspartnern.
Erster Beigeordneter Martin Killinger ergänzt, dass aufgrund der neuen Straßenverkehrsordnung die Stadt voraussichtlich in der Bahnhofstraße im Bereich der neuen Kita 30 km/h anordnen kann.Die Verwaltung hat auch geprüft, in der Bahnhofstraße die Krippengruppen und in der Richard-Wagner-Straße die Räume für Ü-3 Kinder zu bauen. Es hat aber deutliche Vorteile, alle Gruppen unter einem Dach unterzubringen. Dies begründet sich sowohl in den Baukosten (ein Bau ist kostengünstiger als zwei Bauwerke), wie auch in der baulichen Umsetzung (ein Architekt, eine Planung, eine Außenplanung, usw.) wie auch im Betrieb der Kita (Reinigung, Vertretungsregelungen, Beschaffung usw.).Unabhängig vom Bau dieser Kindertageseinrichtung möchte die Verwaltung der Idee eines Waldkindergartens näher treten und dies in den nächsten Monaten konkret untersuchen. Erste Kontakte bestehen schon mit den Betreibern des Wichtel-Waldkindergartens. In einer der nächsten Gemeinderatssitzungen ist der Besuch von Frau Evelyn Quass und Frau Tanja Koose eingeplant, die von ihren Erfahrungen berichten werden.StR Diehm erklärt, dass wir uns alle wünschen, dass die Menschen weniger Auto fahren und sich mehr selbst bewegen. Am Standort Bahnhofstraße / Stauffenbergstraße ist dies insbesondere für die Bewohner des künftigen Bosch-Areals möglich. Der Standort Richard-Wagner-Straße ist wesentlich nachteiliger. Wenn man es gewohnt ist, zu Fuß zu gehen, dann besteht auch die Hoffnung, dass auch der Schulweg zu Fuß gegangen wird.StR’in Berner erklärt, dass sie sich mit dem Standort Bahnhofstraße / Stauffenbergstraße aufgrund der verkehrlichen Situation in der Bahnhofstraße schwer getan haben. Wichtig sind bei dieser Gelegenheit auch öffentliche Wege für Fußgänger und Radler in diesem Bereich, um Verkehrsströme zu entzerren. Gehofft werde darauf, dass dann bei diesem Standort wirklich mehr Eltern und Kinder zu Fuß oder mit dem Rad zur Kita kommen.StR Boehm bestätigt, dass die Kinder, für die gebaut werden muss, schon geboren sind und in Rutesheim wohnen. Deshalb ist es richtig und wichtig, zügig zu handeln. Die Stauffenbergstraße ist allerdings eine reine Wohnstraße. Sie ist für die Erschließung der Kita seines Erachtens nicht geeignet. Der Aspekt „Verkehrssicherheit“ ist allerdings bei der weiteren Planung besonders zu beachten.Dies bestätigt Bürgermeisterin Susanne Widmaier. Heute geht es nur um die Entscheidung über den Grundsatz und den Standort. Bei der weiteren Planung wird die Verkehrssicherheit besonders beachtet werden. Auch sind auf jeden Fall Parkplätze für Eltern notwendig. Dies wird noch geplant, vorgestellt und beraten.StR Schlicher betont nochmals, wie wichtig es ist, die Verkehrswege zu entflechten und einen öffentlichen Fußweg zwischen Bahnhofstraße und Schulzentrum vorzusehen.Einstimmig wird beschlossen:Als Standort für den notwendig gewordenen Kita-Neubau wird nach intensiver Abwägung die Ecke Bahnhofstraße/Stauffenbergstraße beschlossen.Die Kindertagesstätte soll auf 5 Gruppen ausgerichtet werden. Oberhalb der Kindertageseinrichtung, im selben Gebäude, sollen 8 Wohnungen geplant werden.Die Verwaltung wird beauftragt, die weiteren Planungen intensiv voranzutreiben und dem Gemeinderat regelmäßig zu berichten.

5. Antrag auf Umbenennung der HindenburgstraßeBürgermeisterin Susanne Widmaier erklärt, dass es bei diesem Thema nicht darum geht, Hindenburg zu ehren, gleichwohl ist er Teil unserer deutschen Geschichte. Die Verwaltung schlägt vor, die Straße nicht umzubenennen. Ohne vorherige Beteiligung der Betroffenen wäre dies auch gar nicht möglich. Allein durch die Veröffentlichung der Tagesordnung wurden erste Anwohner nervös und befürchteten negative Auswirkungen durch die Umbenennung. Vorgeschlagen wird von der Verwaltung, ein erläuterndes Zusatzschild anzubringen. Der Arbeitskreis „Geschichte vor Ort“ soll gebeten werden, dieses Schild zu entwerfen. Der Gemeinderat behält jedoch die endgültige Entscheidung über den Inhalt. Bezahlt wird das Schild von der Stadt.StR Schaber erklärt für die UBR-Fraktion: „Der Antrag für die Umbenennung der Hindenburgstraße kommt vom Arbeitskreis Geschichte vor Ort, dessen 1. Vorsitzender ich bin. Schon allein deshalb möchte ich hierzu ein klares Statement abgeben. Dieser Punkt wurde von einem Mitglied für unsere Versammlung im Juni 2018 eingebracht. Wir haben das Thema eingehend diskutiert, am Ende war eine Mehrheit für eine Umbenennung. Ich bin eindeutig gegen eine solche Umbenennung. Die Hindenburgstraße geht bis zur Hausnummer 33 – es gibt Anwohner im dreistelligen Bereich, die teilweise seit Generationen dort wohnen und in starkem Maße, bürokratisch und finanziell, von einer Adressänderung betroffen wären. Paul von Hindenburg wird vorgeworfen, im Januar 1933 Adolf Hitler – dem er kritisch gegenüberstand – zum Kanzler ernannt zu haben. Es wird der Begriff „Steigbügelhalter“ verwendet. Aber: Kein Mensch konnte jedoch damals erahnen, was in der Folge kommen wird. Die Befürworter für eine Umbenennung führen auch Hindenburgs Rolle im Ersten Weltkrieg als Generalfeldmarschall an. Sie haben damit sicher recht – vieles an der damaligen Kriegsführung ist im Nachhinein zu kritisieren. Die Frage ist, wo wir die Messlatte ansetzen. Wenn wir nach heutigem Wissen und Maßstab (100 Jahre später) frühere Generationen weltanschaulich und moralisch bewerten, geraten viele Persönlichkeiten (und Straßennamen) kritisch ins Blickfeld. Dies betrifft insbesondere antisemitische, judenfeindliche Einstellungen. Ich finde es so gesehen überzogen, Straßennamen oder Plätze gar nach dem Aspekt „Vorbildfunktion“ nach heutigem Maßstab zu bewerten. Denn: Wer seine Vergangenheit nicht kennt, kann seine Zukunft nicht gestalten. Geschichte kann man nicht reparieren oder negieren, man muss sie akzeptieren und Lehren daraus ziehen. Auch dass sich dort eine Schule befindet, halte ich für unproblematisch. Vor 50 Jahren war ich selbst Grundschüler an dieser Schule und bis dato war dieser Straßenname kein relevantes Problem für Generationen von Schülern oder für Rutesheim an sich. Gerade das 20. Jahrhundert mit seinen zwei Weltkriegen wird im heutigen Geschichtsunterricht besonders eingehend behandelt. Jeder und jede kann sich innerhalb kurzer Zeit im Internet oder über unzählige Publikationen ein umfassendes und eigenes Bild über die Rolle und Biografie von Paul von Hindenburg machen. Vor diesem Hintergrund halte ich nichts davon, diese Entscheidung zu vertagen. Die vielen Anwohner und Betroffene haben es verdient dass Verwaltung und Gemeinderat auch bei diesem Thema zügig handeln und entscheiden – wie dies aktuell auch bei anderen Themen notwendig ist. Ein Zusatzschild mit Informationen zu Paul von Hindenburg und einem QR Code zu einer umfassenden Biografie wäre ein Kompromiss, um auch den pro Argumenten gerecht zu werden. Gerne entwirft der Arbeitskreis Geschichte vor Ort einen entsprechenden Text dafür.“StR Dr. Köthe erklärt für die CDU-Fraktion, dass sie das Thema intensiv beraten haben und einstimmig zu der Überzeugung gelangt sind, dass der Name Hindenburg zur deutschen Geschichte gehört. Er wurde demokratisch als Reichspräsident gewählt und ist ein Produkt seiner Zeit, ebenso wie Generalfeldmarschall Moltke. Auch die Römerstraße könnte man aus bekannten Gründen umbenennen. Aus diesen Überlegungen resultiert letztlich das Ergebnis, dass wir aus geschichtlicher Überlieferung heraus die Straßennamen in Rutesheim so belassen sollten wie sie sind. StR Schlicher erklärt: "Süß und ehrenvoll ist's, für‘s Vaterland zu sterben". Solche markigen Sprüche charakterisierten die Kriegshelden, nach denen in der Zeit zwischen den Kriegen viele Straßen und Plätze benannt wurden. Darunter auch Hindenburg, der in Rutesheim 1924/25 zum Namensgeber wurde. Seinerzeit ein Ausdruck von Revanchismus und Dolchstoßlegende, der bereits den Keim für den nächsten Weltkrieg in sich trug. Das war schon lange vor seiner tragischen Rolle als Steigbügelhalter für die Nationalsozialisten. Es ist gut, dass solchen illustren Gestalten im heutigen Deutschland keine derartige Verehrung mehr zuteilwird. Sie stehen im krassen Gegensatz zu unseren christlich-humanistischen Werten und zum Gedanken des friedlichen Zusammenlebens der Völker in Europa.Wir freuen uns über die entstandene Diskussion und das dadurch neu belebte Bewusstsein über die Tragik unserer Vergangenheit. So gesehen wäre eine Umbenennung nur konsequent. Aber es gehört zum Wesen von gut-bürgerlicher Politik, dass man am liebsten alles so lässt wie es ist. Darum werden auch gerne die praktischen Probleme einer Umbenennung als Totschlagargument angeführt. Aber Verdrängen ist definitiv der falsche Weg in der heutigen Zeit. Manchmal muss man halt Flagge zeigen. Wir sähen als ideale Lösung einen Bürgerentscheid. Aber wir nehmen nach den Vorbesprechungen zur Kenntnis, dass dafür hier im Rat keine Mehrheit zu finden ist. Somit plädiere ich heute für die zweitbeste Lösung, ein Zusatzschild, das dauerhaft auf die Thematik aufmerksam machen soll. Was wir aber nicht wollen, ist eine einmalige Aktion ohne Öffentlichkeit! Die Diskussion ist angestoßen und soll nicht abgewürgt werden. Darum wollen wir den Ball an den Arbeitskreis Geschichte zurückgeben. Der AK sollte zwei Dinge tun: 1. einen aussagekräftigen Zusatztext für die Hindenburgstraße erarbeiten und 2. eine Liste mit weiteren Straßen erstellen, die mit einem Zusatzschild versehen werden sollten. Damit meinen wir nicht nur historisch umstrittene Personen. Wäre doch zum Beispiel gut, wenn Neubürger beim Gang durch die Elbenstraße nicht nur an Fabelwesen aus Fantasyfilmen denken. Der zweite Punkt (Liste weiterer Straßen) ist nicht Teil des vorliegenden Beschlussantrages, daher möchten wir einen entsprechenden Änderungsantrag stellen. Flankierend dazu wünschen wir uns zu jedem Zusatzschild einen vertiefenden Artikel in den Stadtnachrichten. So kann mit wenig Aufwand bei der interessierten Bevölkerung ein besseres Bewusstsein für unsere allgemeine deutsche und für die spezielle Rutesheimer Geschichte wachsen. Das wäre die Sache wert.“StR Diehm bestätigt, dass die öffentliche Diskussion gut ist, aber Geschichtsunterricht ist nicht unsere Aufgabe. Die Information und Beratung darüber ist zugleich die Aufarbeitung der Geschichte, aber aus bekannten guten Gründen wäre die Umbenennung nicht richtig, zumal viele Anwohner betroffen wären.StR Dr. Scheeff erklärt, dass er als Sozialdemokrat klar sieht, dass Hindenburg kein Freund der Republik war und erschreckend gehandelt hat. Aber folgende Gründe sprechen gegen die Umbenennung: Erstens der große Aufwand für die Bürger und Schule. Zweitens gibt es viele weitere vergleichbare Beispiele in Rutesheim wie z.B. Moltke, Fichte, August Lämmle, Jahn, Bismarck. In der Demokratie kann man von aufgeklärten Bürgern den richtigen Umgang mit ihrer Geschichte verlangen und deshalb unterstützt er den Vorschlag, die Straße nicht umzubenennen.Mit 14 Ja-Stimmen bei 2 Enthaltungen wird beschlossen:Die Hindenburgstraße in Rutesheim behält ihren Namen und wird nicht umbenannt.Mit dem Arbeitskreis „Geschichte vor Ort“ soll ein Vorschlag für ein Zusatzschild erarbeitet werden, das in der Hindenburgstraße aufgehängt wird und über die Problematik der Vergangenheit informiert. Ort und Inhalt des Zusatzschildes werden gemeinsam mit dem Gemeinderat festgelegt.

6. Satzung zur Änderung der Satzung über die Benutzung von Obdachlosen- und FlüchtlingsunterkünftenZuletzt hat der Gemeinderat am 02.05.2016 diese Satzung geändert und die monatliche Gebühr für die Betriebskosten entsprechend den tatsächlichen Kosten von 150 € auf 250 € pro Person und Monat erhöht. In der Benutzungsgebühr sind sämtliche Betriebskosten im Sinne der Anlage 3 zu § 27 Abs. 1 der II. Berechnungsverordnung in der jeweils geltenden Fassung und die Stromkosten enthalten.Die tatsächlichen Gesamtkosten betragen für das Jahr 2017 235.379,36 €. Teilt man diese durch die im Jahr 2017 durchschnittliche Anzahl der bei der Stadt Rutesheim in der Anschlussunterbringung untergebrachten Flüchtlinge von 64 errechnet sich ein monatlicher Pro-Kopf-Aufwand in Höhe von 306,48 €. Vorgeschlagen wird deshalb, die Benutzungsgebühr in § 13 der Satzung über die Benutzung von Obdachlosen- und Flüchtlingsunterkünften auf 300 € pro Person und Monat anzupassen.Bei Flüchtlingen, für die der Landkreis Böblingen die Kosten der Unterkunft trägt, weil diese über kein eigenes Einkommen bzw. über kein Vermögen verfügen, das ist der Regelfall, wird diese Gebühr direkt beim Landratsamt Böblingen angefordert.Auf Frage von StR’in Märkt bestätigt Erster Beigeordneter Martin Killinger, dass die Betriebskosten bei den einzelnen Gebäuden sehr unterschiedlich hoch sind. Allerdings sind auch die Gebäude sehr unterschiedlich und es ist und bleibt unsere gemeinsame Aufgabe, anzustreben, dass aus ökologischen und ökonomischen Gründen Strom- und Heizungs-Energien sinnvoll und sparsam verbraucht werden.Einstimmig wird die Satzungsänderung beschlossen. Auf die amtliche Bekanntmachung wird verwiesen.

7. Boule-Bahn und Beachvolleyballfeld- Ergebnis der StandortprüfungBoule-Bahn
Von einigen Bürgerinnen und Bürgern, aber auch aus der Mitte des Gemeinderats wurde vorgeschlagen, in Rutesheim eine Boule-Bahn einzurichten, die es bisher noch nicht gibt. Die Verwaltung hat verschiedene Standorte geprüft. Die Kosten belaufen sich auf rd. 10.000 € für eine Boule-Bahn in den Maßen 15 m x 4 m. Hergestellt werden soll eine sogenannte „wassergebundene Decke“, wie sie für Wege und kleine Plätze gebräuchlich ist. Eine Frostschutzschicht und eine Tragschicht sorgen für den stabilen Unterbau und die Entwässerung. Über einer Ausgleichsschicht aus Splitt wird Brechsand eingewalzt, um eine stabile und ebene Oberfläche zu erhalten. Die Boule-Bahn soll mit Holzbalken eingerahmt werden.Um eine attraktive Boule-Bahn zu erstellen sind folgende Randbedingungen sinnvoll:Attraktive Lage mit Besucherverkehr.Beschattung durch Bäume, jedoch auf Abstand, damit das Laub nicht ständig auf die Bahn fällt und diese gereinigt werden muss.Ein öffentliches WC sollte in der Nähe sein oder aber die Nutzungsmöglichkeit eines Gaststätten-WCs.Eine Sitzgelegenheit für Zuschauer sollte vorgesehen werden.Die Möglichkeit, ein Getränk oder eine Kleinigkeit zu essen in der Nähe kaufen zu können, würde die Attraktivität steigern und mehr Nutzer und Zuschauer anziehen.
Die Verwaltung hat verschiedene Standorte geprüft und mit dem Technischen Ausschuss vorberaten. Der Technische Ausschuss hat sich mit großer Mehrheit für den Standort östlich der Festhalle entschieden. Die Verwaltung trägt dies mit und schlägt daher diesen Standort für die Umsetzung einer Boule-Bahn vor.Weiteres Beachvolleyballfeld?Auch hier wurden von Bürgerinnen und Bürgern verschiedene Vorschläge gemacht. Zum einen erreichte die Verwaltung der Vorschlag, ein zusätzliches Beachvolleyballfeld auf dem Freizeitgelände „Eisengriff“ (heute Rasen-Ballspielplatz) zu realisieren, zum anderen wurde der Standort „Kinderspielplatz Heuweg“ vorgeschlagen. Die Kosten würden sich auf rd. 18.000 € belaufen.Speziell die Rasen-Ballspielfläche im Eisengriffgelände wird zwar nicht täglich, aber immer wieder und v.a. bei den sehr zahlreichen Abschlussfesten der Kindergärten und Schulklassen dort regelmäßig von vielen Kindern genutzt.Die im Jahr 2006 angelegten beiden Beachvolleyballfelder Im Freizeitgelände „Eisengriff“ haben sich sehr gut bewährt. Sie werden in der Sommersaison intensiv genutzt. Nachdem inzwischen auch benachbarte Orte Beachvolleyballfelder angelegt haben, hat auch die Belegung durch auswärtige Gruppen nach Aussagen der SKV-Volleyballabteilung nachgelassen.StR Frank Philippin erklärt, dass der Vorschlag Festhalle gut ist, er eine gute soziale Komponente hat und Boule ein guter Sport ist.StR Brunner erklärt, dass der Standort bei der Festhalle sehr gut geeignet ist.Der Hinweis der StRe Schenk und Binder, dass abweichend vom vorliegenden Plan die Boule-Bahn rund 10 m nach Norden von der Jahnstraße abgerückt werden soll, wird bestätigt.StR Dr. Köthe erklärt, dass Teile der CDU-Fraktion den Bedarf nicht in ausreichendem Maße sehen. Andererseits wollen sie dieses Projekt auch nicht blockieren. Sie sind gespannt, wie gut es angenommen wird, hoffen aber, dass das Geld gut angelegt ist.Mit 14 Ja-Stimmen bei 3 Enthaltungen wird beschlossen:In Rutesheim soll eine Boule-Bahn realisiert werden. Als Standort wird der Kastanienpark an der Festhalle festgelegt. Die Kosten in Höhe von rd. 10.000 € sind im Haushaltsentwurf 2019 zu veranschlagen.Ein weiteres Beachvolleyballfeld auf dem Spielplatz Heuweg oder zusätzlich auf dem Eisengriffgelände soll nicht realisiert werden, weil hierfür der Bedarf nicht gesehen wird.