Einfach nur Wegwerfen geht nicht

Die Stadtverwaltung Rutesheim versucht den Verunreinigungen auf der Büchereitreppe ein Ende zu setzen. Die meisten Bürger wünschen sich eine saubere und adrette Innenstadt und fühlen sich dann auch wohler. Einige wenige bereiten der Stadtverwaltung Kummer.

An Schultagen bietet sich seit den Schulferien auf der Treppe vor der Bücherei täglich das gleiche Bild: Morgens wird die Treppe gereinigt und sieht sauber aus, in der Mittagspause wird sie von Schülern als Sitzstufe zum Mittagessen genutzt und hinterher ist die Treppe verunreinigt und der Müll bleibt liegen. Das ärgert nicht nur die städtischen Mitarbeiter sondern auch Büchereikunden und flanierende Bürger.

Die Treppe bietet sich als Sitzgelegenheit in der warmen Jahreszeit geradezu an: Die Stufen bieten zahlreichen Personen eine angenehme, überdachte Möglichkeit sich zu setzen, zu unterhalten und quer über den Marktplatz zu blicken. Auf dem Marktplatz ist in der Mittagszeit immer etwas los und auch der Blick zum Alten Rathaus ist schön. Insofern möchte die Verwaltung diesen „Treffpunkt“ auch nicht verbieten, sondern unterstützt explizit den sozialen Aspekt dieser „Sitzstufen“.
In dem Wissen, dass die Schüler hier gerne sitzen wurde bereits in der Vergangenheit extra eine Mülltonne bereitgestellt, um die Verpackungsreste des Mittagessens ordnungsgemäß entsorgen zu können. Ab und zu blieb in der Vergangenheit eine Serviette oder eine Papiertüte liegen, die dann von Mitarbeitern des städtischen Bauhofs oder von den Kolleginnen der Bücherei weggeräumt wurden. Niemand von den Mitarbeitern war sich zu schade, mit anzupacken um gemeinsam für alle eine saubere und adrette Innenstadt zu bewahren.
Seit den Sommerferien ist jedoch eine Grenze erreicht, die zeigt, dass es so nicht weitergehen kann: Die Mengen an liegengebliebenen Abfall haben sich stark erhöht und die Überwachungskamera zeichnet sogar Schüler dabei auf, die absichtlich Coca Cola auf die Steintreppen gießen. Dieses Getränk greift die Stufen an und beschädigt den Stein. Abgesehen davon müssen daraufhin die Stufen mit einem Reinigungsgerät gereinigt und neu imprägniert werden.
Aus diesem Grund hat sich die Verwaltung eine Strategie überlegt, wie gemeinsam wieder eine annehmbare Situation geschaffen werden kann. Klar ist, wer städtisches Eigentum und damit das Eigentum der Rutesheimer Bürgerinnen und Bürger beschädigt, soll zur Kasse gebeten werden. Hierfür soll nicht die Allgemeinheit aufkommen. Daher werden die Eltern des Schülers, der die Cola absichtlich ausgeleert hat, eine Rechnung für die Reinigung erhalten. Gleichzeitig soll in den Schulen das Thema angesprochen werden. Auch der städtische Jugendreferent Stephan Wensauer wird unterstützen. Und darüber hinaus soll der städtische Vollzugsdienst mittags des Öfteren an der großen Treppe vorbei schauen und für Ordnung sorgen.

Die Stadt bittet alle Eltern, mit ihren Kindern nochmals über das Thema Umwelt und Müll zu sprechen und auch Passanten, die sehen, dass Müll achtlos weggeworfen wird, werden gebeten, hier nicht wortlos vorbei zu gehen. Nur wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen, kann das Zusammenleben auch hier gut funktionieren. Und auch Kinder und Jugendliche sollten lernen, dass sie keine „Diener“ haben, die den Müll für sie täglich entsorgen.
 
Sicher ist es im Interesse aller, wenn wir eine schöne und saubere Ortsmitte vorfinden und bewahren und uns mit achtlos weggeworfenem Müll und übrigen Lebensmitteln nicht auch noch ein Rattenproblem in die Innenstadt holen. Denn die Nager sind die Einzigen, die sich über die Lebensmittelreste freuen.
 

Treppe sauber
Treppe verschmutzt