Aus der Gemeinderatssitzung am 13. Februar 2012
1. Gymnasium Rutesheim: Antragstellung für eine Teilnahme an G8 / G9
Bürgermeister Dieter Hofmann erklärte, dass das Thema seit längerer Zeit sehr intensiv beraten worden ist. Er freue sich sehr darüber, dass die schulischen Gremien, das heißt die Schulkonferenz und die Gesamtlehrerkonferenz die Signale auf "grün" gestellt haben. Dank gelte dafür insbesondere auch den Lehrkräften, die das Wohl der Schüler über eigene Belange gestellt haben und an erster Stelle dem Schulleiter Herrn Rektor Schwarz, der sich für diese Teilnahme engagiert eingesetzt hat. Die demografische Entwicklung wird in gewisser Zeit auch Rutesheim erreichen, auch wenn Rutesheim heute noch unterm Strich mehr Zu- als Wegzüge, vor allem durch Familien mit Kindern zu verzeichnen hat. Insofern ist die Teilnahme an G8/G9 auch ein Beitrag zur Standortsicherung. Entscheidend ist die Wahlmöglichkeit. Niemand wird gezwungen. Wir sind davon überzeugt, dass G9 letztlich der bessere Weg zum Abitur ist. Das Gymnasium Rutesheim erfüllt die Vorgaben des Landes Baden-Württemberg in idealer Weise (u.a. gesicherte 4-Zügigkeit und gute Erreichbarkeit). Dabei hat das Land für die Antragstellung einen engen zeitlichen Korridor gesetzt. Diese Entscheidung musste nun zügig herbeigeführt werden, um den Antragstermin 1. März 2012 und den Start voraussichtlich im September 2012 gewährleisten zu können. Ein herzlicher Dank gilt Herrn Rektor Schwarz und der Gesamtlehrerkonferenz, zumal die Teilnahme an G8/G9 mit organisatorischem Aufwand verbunden ist. Die klare Botschaft ist, dass am Gymnasium Rutesheim die Schüler im Vordergrund stehen. Das G9 entlastet die Schüler bei der sehr hohen Wochenstundenzahl und bietet evtl. auch die Chance für kleinere Klassen.
Herr Rektor Schwarz erläuterte, dass Bildungszeit auch Lebenszeit ist. Vor 8 Jahren wurde G8 eingeführt und nunmehr wird es im Sommer 2012 mit dem Doppeljahrgang zum ersten Mal abgeschlossen. Die Erkenntnis ist eindeutig: Der Bildungsplan für G8 ist sehr voll. G9 wird von vielen Schülern, Eltern und Lehrern als der bessere Weg zum Abitur angesehen. Durch das Angebot des Kultusministeriums von "Zwei Geschwindigkeiten zum Abitur" wird es möglich, die sehr hohe Stundenanzahl für die Schüler/innen reduzieren und z.B. mit Fremdsprachen und anderen Fächern, die eine entsprechende Reife bedingen, später beginnen zu können. In Klassenstufe 10 werden dadurch aus 37 Wochenstunden Unterricht max. 33 Wochenstunden. Das sind 1 bis 2 Unterrichtsnachmittage weniger. Es gibt aktuell die einmalige Chance, einen Antrag für die Teilnahme an G8/G9 stellen zu können. Für max. 44 Schulen im Land ist dies möglich. Das Gymnasium Rutesheim erfüllt alle Voraussetzungen dafür in sehr guter Weise. Die Schulkonferenz und die Gesamtlehrerkonferenz haben die entsprechenden Beschlüsse für die Antragstellung durch den Schulträger gefasst. Das pädagogische Konzept steht weitgehend und es wird mit dem Antrag zum 1. März 2012 vorgelegt. Keine Frage ist, dass G8 und G9 parallel Mehrarbeit für die Schule und insbesondere für Schulverwaltung und Mehrkosten für den Schulträger (Lernmittel) bedeutet. Allgemein werden in den nächsten Jahren die Schülerzahlen zurückgehen. Mit parallel G8 und G9 soll gewährleistet werden, dass es nicht mehr, aber auch nicht weniger Schüler werden. Die Elterninformationsabende in den Grundschulen für die Eltern der Viertklässler auch in den Nachbarorten haben gezeigt, dass das Interesse der Eltern an G9 sehr groß ist. Das Interesse der Eltern an einer Gemeinschaftsschule ist dagegen äußerst gering.
Die Wochenstundenzahlen bei G8 und G9 in den Klassenstufen 5 bis 10 bzw. 11 sind: 29 - 28, 32 - 29, 34 - 29, 35 - 29,5, 35 - 32,5, 37 - 33 und in der Klassenstufe 11 (G9) 34 Stunden. Das sind in der Summe 204 Stunden Unterricht bei G8 bzw. 217 Stunden Unterricht bei G9. Die 3. Fremdsprache beginnt bei G9 in Klassenstufe 9. Es können so viele G9 wie G8-Züge gebildet werden. Auszugehen ist von 4-6 Eingangsklassen. Die Entscheidung für G8 oder G9 muss von den Eltern vor der Anmeldung Klasse 5 gefällt werden; ein Wechsel zwischen beiden Wegen zum Abitur ist nicht vorgesehen.
StR Diehm erklärte für die SPD ein klares "Ja" für diesen Antrag. Die Kinder und Eltern empfinden es als sehr positiv, etwas mehr Luft während der Schulzeit zu bekommen. Zugleich ist das eine weitere Chance für den Standort Rutesheim.
StR Brunner bestätigte für die GABL, dass die Vorteile überwiesen. Viele G8-Kinder leiden. Auch ist für das anschließende Studium eine gewisse Reife der Persönlichkeit erforderlich. Diese ist bei G9- einfach eher als bei G8-Absolventen gegeben. Deshalb ist der 9-jährige Weg zum Abitur eindeutig besser und die GABL unterstütze das gerne.
StR Schaber erklärte für die UBR-Fraktion, dass dies auch ihr ein wichtiges Anliegen ist. Die Beschlüsse der schulischen Gremien, insbesondere der Gesamtlehrerkonferenz, seien sehr erfreulich und dafür gelte ein herzlicher Dank. Die Wahlmöglichkeit kommt den unterschiedlichen Kindern entgegen. Spannend wird es ab Ende März 2012. Vermutlich werden mehr Eltern G9 als G8 beantragen.
StR'in Märkt erklärte für die CDU-Fraktion, dass Rutesheim die Bedingungen in sehr guter Weise erfüllt. Natürlich ist damit auch Mehrarbeit und eine gewisse Unsicherheit verbunden, aber es gelte nun, die Chancen zu ergreifen.
Auf Frage von StR'in Almert erläutert Herr Rektor Schwarz, dass die Eltern sich bei der Anmeldung für G8 oder G9 entscheiden müssen. Insofern werden die Anmeldezahlen spannend. Er geht davon aus, dass das Ministerium vor den beiden Anmeldetagen Ende März 2012 über den Antrag entscheiden wird.
StR Dr. Köthe erklärte, dass er sich enthalten werde. Der Schulstandort für Rutesheim ist sehr stark. Seines Erachtens muss er nicht weiter gestärkt werden. Er geht davon aus, dass es durch den Wegfall der Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung und durch G8/G9 einen zusätzlichen Andrang von Schülern für das Gymnasium Rutesheim geben wird. In der Folge müsste die Stadt dann zusätzliche Räume bauen, die aufgrund der demografischen Entwicklung mittelfristig nicht mehr notwendig sein werden.
StR Tröster erklärte für die BWV-Fraktion, dass sie sich von Anfang an für das Gymnasium Rutesheim mit zwei Geschwindigkeiten zum Abitur ausgesprochen haben. Dadurch wird den Schülern und Kindern etwas mehr Lebenszeit gegeben für sinnvolle Aktivitäten (Musik, Sport, Kultur, usw.). Dies ergibt sich auch aus den vielen Gesprächen, die geführt worden sind. Das G9 entlastet die Schüler. In der Tat sind zusätzliche Qualifikationen für den Schulstandort Rutesheim nicht notwendig. Bei zu großem Andrang trifft der dafür zuständige Schulleiter die Entscheidung über die Anmeldungen. Sofern die Kapazitäten überschritten werden, hat er das Recht (und die Pflicht), Schüler, insbesondere von außerhalb, abzuweisen.
Rektor Schwarz und Bürgermeister Dieter Hofmann bestätigten, dass bei zu großem Andrang die Schüler der 6 Städten und Gemeinden, die am Gymnasium Rutesheim beteiligt sind, Vorrang haben.
Auf Anregung von StR Boehm wurde bestätigt, dass die Endfassung des pädagogischen Konzepts für G9 auch den Stadträten zugestellt wird.
Einstimmig bei einer Enthaltung wurde beschlossen:
Für das Gymnasium Rutesheim wird die Teilnahme am Schulversuch "Zwei Geschwindigkeiten zum Abitur am allgemein bildenden Gymnasium" ab dem Schuljahr 2012/2013 beantragt. Die Beschlüsse der Gremien liegen vor. Die Voraussetzungen sind in idealer Weise erfüllt. Das Gymnasium Rutesheim ist sehr gut erreichbar.
2. Jahresbericht der Christian-Wagner-Bücherei 2011
Frau Mechthild Hagemeier-Beck erklärte: "Das Jahr 2011 ist das erfolgreichste Jahr in der 47-jährigen Büchereigeschichte. Der Umzug gelingt dank ausgefeilter Planung sowie dank der Mithilfe von Büchereiteam, Bauhof und Schülern reibungslos und schnell. Die Ausleihzahlen in Haupt- und Zweigstelle steigen um rund 37,2 Prozent auf nunmehr rund 92.233 Ausleihen (2010: 67.226 Ausleihen). Im Jahr 2012 könnten die Ausleihzahlen auf über 100.000 Ausleihen ansteigen.
Angebot
Die Hauptstelle (23.710 Medien) und die Zweigstelle (6.052 Medien) haben zusammen 29.762 Medien (2010: 25.830 Medien). Dies sind 2,89 Medien je Einwohner und damit eine gute Versorgung. Eine Bücherei sollte zwei Medien je Einwohner haben. In der Hauptstelle werden von der Büchereileiterin 3.134 neue Medien eingearbeitet. Dazu zählen 1.700 neu gekaufte Medien, 850 geschenkte Medien vom Panini-Verlag und 550 von Kunden geschenkte Medien. In der Zweigstelle Perouse arbeitet Frau Corinna Klügling 366 neue Medien und weitere geschenkte Medien ein.
Zu 130 Veranstaltungen kommen insgesamt rund 4.000 Teilnehmer. Zu den Veranstaltungen zählen: Und tschüss…-Party mit Bücherkette, literarischer Zeitreise, Konzert der Musikschule MusikErleben und Kinder-Bilderbuchworkshop; Eröffnungswoche mit zehn Veranstaltungen und einem Tag der offenen Tür (Schulpräsentation, Literatur-Rap, Musical der THS, Kindergartenlieder, Stadträte lesen vor); Generation 55+:33 Mal Rutesheimer Onliner und acht Mal "Kaffee, Tee und Hefezopf"; 44 Vorleseangebote; drei Autorenlesungen, eine Lesung am FrederickTag, eine szenische Lesung; drei Angebote im Sommerferienprogramm; fünf Lesungen für Erwachsene (Schreibwerkstatt, Rutesheimer Seitensprünge, Literatur u. Wein, Dichterlesung, Literatur und Reisen); drei Theaterangebote (Wie der Löwe schreiben lernte, Reise ins Rot, Frühstücksmärchen); drei Ausstellungen (Rutesheim sieht Rot, Kunst findet Worte, Weihnachtskartenentwürfe); zwei Konzerte (Odeon-Ladies, Jazz-Frühschoppen); lange Einkaufsnacht. Die Veranstaltungsarbeit der Büchereileitung unterstützen 20 ehrenamtliche Mitarbeiter (Vorleseangebote, Rutesheimer Onliner, Kaffee, Tee und Hefezopf, Credo - Kreativworkshop für Jugendliche)
Leseförderung/Kooperation mit Kindergärten und Schulen: 21 Büchereiführungen und drei Stadtführungen mit der Büchereileiterin, elf Führungen mit Frau Corinna Klügling.
Gut besucht wird die von Frau Patricia Zimmermann gestaltete Internet-Seite www.cwb-rutesheim.de. Täglich werden per Internet die Verlängerungs- und Vorbestellwünsche der Kunden geladen. Tagesaktuell informiert die Internetseite über alle Veranstaltungen. Zu allen Veranstaltungen erstellt Frau Patricia Zimmermann Plakate, Handzettel sowie Eintrittskarten. Die Büchereileitung gibt zwei Halbjahresprogramme heraus.
Kundenorientierung
35.000 Besuche verzeichnet die Bücherei 2011. 8,8 Entleihungen je Einwohner gibt es. 957 neue Kunden beantragen einen Ausweis. Die Hauptstelle hat 2.205 aktive Leser. In Perouse sind es 321. 22 Prozent der Leser in Rutesheim sind jünger als zwölf Jahre, 67 Prozent älter als zwölf Jahre. Elf Prozent der Kunden gehören zur Generation 60+. 900 Mal berät das Büchereiteam Kunden in der Hauptstelle. 57 Mal berät Frau Corinna Klügling in der Zweigstelle. Einen großen Stellenwert haben die Führungen für Kindergärten und Schulklassen. Die Büchereileiterin macht 21 Führungen für Kindergärten und Schulklassen, drei Stadtführungen für Schulklassen, einen Methodentag für 105 Schüler des Gymnasiums. Frau Corinna Klügling führt elf Mal Kindergartengruppen.
Der Bestand der Hauptstelle gliedert sich in: Kinderliteratur (6997), Schöne Literatur (6184), Sachbücher (4282), Kindersachbücher (2066), CDs (1552), ZS (1276), DVDs (796), CD-ROMs (438), Spiele (109). Fast 11.000 neue Medien wurden in den letzten fünf Jahren angeschafft. Damit erreicht die Bücherei das Ziel, alle fünf Jahre ein Viertel ihres Bestandes zu erneuern. Schwerpunkte des Bestandsaufbaus in 2011: Brettspiele als neue Medienart (Ausleihquote: 5,25, jedes Medium wurde über fünfmal ausgeliehen), mehr DVDs (8,06), mehr CDs (7,09), mehr Kinder- und Jugendsachbücher (2,65), mehr Zeitschriftenabonnements (3,02). Bei den Systematikgruppen stechen folgende Ausleihquoten heraus: G-Comics (7,91), Bilderbücher (5,83), R-Erstes Lesen (5,26), Xeo-Kochen (4,72), Krimis (4,48), J-Fantasy (3,68), R-Erzählungen (3,46), G-Erzählungen (3,03), Romane (2,59)
Entwicklung
Die Christian-Wagner-Bücherei entwickelt sich zu einem Treffpunkt für alle Bürger Rutesheims. Gründe für die positive Entwicklung: Das überaus attraktive neue Gebäude, der frische, an den Kundenwünschen orientierte Bestand, die kundenfreundliche Arbeit an der Ausleihtheke mit qualifiziertem Auskunftsdienst, der Online-OPAC, die engagierte Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen, die Vielzahl von Veranstaltungen, die Öffentlichkeitsarbeit (Internetseite, Stadtnachrichten, digitaler Prospektständer in der Bücherei, Halbjahresprogramme, Plakate und Handzettel).
Bürgermeister Dieter Hofmann dankte Frau Hagemaier-Beck und ihrem Team für die sehr engagierte und erfolgreiche Arbeit. Die neue Bücherei wird dadurch mit sehr viel Leben gefüllt. Er sagte "einfach weiter so!"
StR Tröster schloss sich dem Lob an. Der Standort des Neubaus ist ideal gelegen. Die Arbeit ist sehr erfolgreich, weil sie auch sehr kreativ und engagiert gestaltet wird und der Arbeitseinsatz ernorm ist. Die Bücherei kostet auch Geld. Die Stadt gönnt sich diese wirklich gute Einrichtung. Dieses Geld wird sehr sinnvoll ausgegeben.
StR Schaber dankte ebenfalls herzlich für die sehr engagierte Arbeit. Es ist eine ganz außergewöhnliche Bücherei. Alles passt. Die Zahlen übertreffen all unsere Erwartungen. Wir wünschen uns nur, dass es so weiter geht.
StR'in Berner sagte ein persönliches Dankeschön. Die Veranstaltungen des Hospizes Leonberg in der Bücherei waren ein zusätzlicher Erfolgsschub, den sie sehr deutlich wahr genommen hat.
StR Boehm schloss sich dem Lob und Dank an. Ohne die sehr gute Aufbauarbeit der Büchereileitung wäre der Neubau wohl so nicht entstanden bzw. geworden. Auch dafür gelte ein Dankeschön.
StR Diehm dankte seinerseits sehr herzlich für die sehr engagierte und für die sehr gute Arbeit. Der Standort in der Stadtmitte am Marktplatz sei ideal.
3. Jahresbericht des Stadtjugendreferats 2011
Der Leiter des Stadtjugendreferats, Herr Stephan Wensauer erklärte: "Ich freue mich, zusammen mit meinem Team, Ihnen hier über die Jugendarbeit des vergangenen Jahres in Rutesheim berichten zu dürfen. Seit meinem letzten Bericht vor fast genau einem Jahr, hat sich innerhalb des Jugendreferats doch einiges entwickelt. Dies spiegelt sich, nicht nur an dem entsprechend umfangreichen schriftlichen Jahresbericht 2011 des Jugendreferats wieder. Mit der Erstellung des Berichtes ist es mir wichtig gewesen, die geleistete Arbeit des Jugendreferats, welches sich nach wie vor im Aufbau befindet, zu dokumentieren. Aus Zeitgründen werde ich, leider, nicht auf den gesamten Jahresbericht eingehen können. Stattdessen möchte ich hier ein paar Schwerpunkte hervorheben und abschließend dazu werden wir auf ein paar Bildern die häufig schwer in Worte zu fassende Beziehungsarbeit des vergangenen Jahres darstellen.
1. Offene Jugendarbeit:
Mit der Einstellung von Frau Schick im Rahmen einer Vollzeitstelle als Jugendtreffleitung wurde im Mai 2011 ein sehr guter Rahmen für die Offene Jugendarbeit in Rutesheim geschaffen. Dies drückt sich in mehreren, folgenden Bereichen aus: Ein großes Ziel war es von Anfang an verlässliche Öffnungszeiten im Jugendtreff anzubieten. Inzwischen hat der Jugendtreff unter der Woche, außerhalb der Schulferien, täglich von 12 - 14 Uhr geöffnet. Gerade zur großen Mittagspause der Schulen erfährt der Jugendtreff an bestimmten Tagen einen regelrechten Ansturm an Schülern, welche sich in einem zwanglosen Raum, bei verschiedensten Aktivitäten frei entfalten möchten. Darüber hinaus hat der Treff an drei Nachmittagen bis in die Abendstunden geöffnet, Freitags sogar bis 24 Uhr. Diese Öffnungszeiten wurden durch das Team des Jugendreferats den Jugendlichen garantiert, denn z.B. bei Krankheit, Fortbildung oder Urlaub einzelner Kollegen, wurde ein Fehlen durch die anderen Mitarbeiter des Jugendreferats, ausgeglichen um die Öffnungszeiten des Treffs zu garantieren. Es gab daher so gut wie keine Tage, an denen der Treff außer Planmäßig geschlossen blieb. Weiterhin konnten durch zeitlich begrenzte Doppelstrukturen feste Gruppenangebote wie das GirlsOnly oder der Kreativklub geschaffen und etabliert werden. Diese Angebote erfahren eine große Nachfrage und verdeutlichen die Notwendigkeit solcher bzw. des aktuellen Angebots. Bestätigung in den Angeboten erfahren wir durch die Jugendlichen welche den Jugendtreff besuchen und mit Leben füllen. Hervorzuheben ist, dass wir wieder verstärkt, Jugendliche, gerade auch die Älteren, beteiligen und unsere Angebote mit einigen Besuchern zusammen planen und durchführen.
Hier schlage ich die Brücke zum 2. Schwerpunkt des Berichts:
2. Mobile Jugendarbeit:
Die Situation bezüglich Jugendlicher im öffentlichen Raum ist jetzt im Winter natürlich eine deutlich andere, als dies in den Sommermonaten der Fall ist. Der zeitliche Schwerpunkt der Mobilen Jugendarbeit findet Freitagabends statt. Mit der verlässlichen Öffnung des Jugendtreffs, gerade in diesem Zeitraum, werden denjenigen Jugendlichen, welche nicht in hiesigen Angeboten der Institutionen wie den Sport- und Kulturvereinen, den Kirchen und Verbänden eingebunden sind, attraktive und sinnvolle Freizeit-Möglichkeiten angeboten. Daher hat sich, was die Mobile Jugendarbeit betrifft, eine positive Entwicklung ergeben, welche die Einbindung Jugendlicher in den Jugendtreff betrifft. Natürlich gilt es weiterhin Trends zu beobachten um entsprechend schnell reagieren zu können. Wichtig ist, über eine gute, vertrauensvolle Kontaktarbeit, bereits im Jugendtreff, gerade auch zu jüngeren Besuchern, eine positiv geprägte Beziehung aufzubauen um dann im Rahmen der Streetwork Alternativen zu öffentlichen Plätzen anbieten zu können, bzw. an bereits entstandenen Beziehungen anknüpfen zu können.
3. Jugendreferat:
Hervorzuheben ist hier die von Herr Bürgermeister Hofmann gewünschte Sommerfreizeit für Kinder. Mit der Stadtranderholung Rutesheim wurde 2011 erstmalig ein zusätzliches, verlässliches 14-tägiges Betreuungsangebot mit Freizeitcharakter für die Sommerferien der Schulen geschaffen. Das Angebot richtet sich an Kinder im Alter von 6 bis 12 (zukünftig 14Jahren), welche täglich von Montag bis Freitag, in der Zeit von 9 Uhr bis 16.30 Uhr, in altershomogenen Gruppen von ca. 10 Kindern je Gruppe durch jugendliche Mitarbeiter betreut werden. Auf dem Programm für die Kinder stehen dabei neben allerlei Spielen, Bastelangeboten und Sport auch Ganztagesausflüge. Insgesamt wurden in den 2 Wochen Stadtranderholung 64 Kinder betreut. Für das Jugendreferat ist der Aspekt des außerschulischen Lernens für Rutesheimer Jugendliche im Rahmen der Betreuung von Kindern und die dadurch bedingte Erweiterung des individuellen Erfahrungshorizont besonders wichtig. Für den persönlichen Reifeprozess vom Jugendlichen hin zum jungen Erwachsenen bewirkt die Betreuertätigkeit eine positive Entwicklung an sozialen-, kommunikativen- und personalen Kompetenzen. Im Verlauf der Stadtranderholung entstand nebenbei unter den mitwirkenden Jugendlichen ein Prozess, der am Ende der Sommerfreizeit eine zusammengewachsene Clique hervorbrachte, die eine gemeinsame, sowohl lustige als auch anstrengende aber auch lehrreiche Zeit hinter sich hatte.
Ein weiteres Ziel des Jugendreferats ist es, diese und weitere Jugendliche stärker in das Gemeinwesen einzubinden, in dem Ihnen die Möglichkeit der Beteiligung geboten wird. Unter diesem gemeinwesenorientierten Hintergrund haben bereits Erste Treffen mit interessierten Jugendlichen stattgefunden.
Ein weiterer Arbeitsbereich war die erstmalige Durchführung des "Theaters im Kreis". Ein Präventionsangebot mit dem Motto "Starke Stücke - starke Kinder". Insgesamt wurden dabei über 350 Kinder erreicht.
Bevor Frau Hallner über die Schulsozialarbeit berichtet möchte ich noch einen kurzen Ausblick auf die weitere Arbeit des Jugendreferats geben.
Maßgeblich für die Offene Jugendarbeit ist die konstante Arbeit an einer Öffnung des Treffs in das Gemeinwesen hinein. Dabei setzten wir auf Vernetzung und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit allen Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit in Rutesheim, ob jetzt im Verein, im Verband oder mit einem Kirchlichen Kontext. Diese Vernetzung mit gewachsenen Strukturen wie wir sie hier in Rutesheim vorfinden benötigt Zeit, gerade für ein Jugendreferat, dass erst in diesem, kommenden Sommer seinen 2. Geburtstag feiern wird. Um weiter erfolgreich mit Jugendlichen arbeiten zu können müssen die jeweiligen Angebote weiter am Bedarf der Jugendlichen ausgerichtet werden. Unser Ziel ist es, Jugendliche bei der zukünftigen Planung und Durchführung von Jugendangeboten stärker zu beteiligen.
Weiter wird das Team der Mitarbeiter des Jugendreferats wachsen und sich in den bisherigen Arbeitsfeldern weiterentwickeln. Zum einen durch die Schaffung einer neuen Schulsozialarbeit - Vollzeitstelle am Schulzentrum und zum anderen mit der Schaffung einer Praxisstelle für das Duale Studium an der Dualen Hochschule Baden Württembergs mit dem Studiengang der Sozialen Arbeit.
An dieser Stelle möchte ich mich auch bei meine hauptamtlichen Kolleginnen von der Offenen Jugendarbeit Frau Schick und Frau Niederle sowie Frau Hallner von der Schulsozialarbeit für die geleistete Arbeit und die sehr gute, harmonische Zusammenarbeit im Team bedanken.
Frau Annika Hallner berichtete über die Schulsozialarbeit:
Die Schulsozialarbeit am Schulzentrum Rutesheim, gibt es nun im 3. Schujahr mit bisher 50% Stellenumfang. Schwerpunktschulen der Arbeit sind die Theodor-Heuss-Schule und die Astrid-Lindgren-Förderschule.
Kernaufgaben der Schulsozialarbeit
o die Einzelfallhilfe und Beratung in individuellen Problemlagen
o die sozialpädagogische Gruppenarbeit, Projekte und Arbeit mit Schulklassen
o die innerschulische und außerschulische Vernetzung und Gemeinwesenarbeit
o offene Angebote für alle Schülerinnen und Schüler.
Die konkreten Tätigkeiten der Schulsozialarbeit im letzten Jahr sind im schriftlichen Jahresbericht ausführlich beschrieben. Im Folgenden soll auf zwei Schwerpunkte der Arbeit der Schulsozialarbeit im Jahr 2011 hingewiesen werden: Die Einzelfallhilfe und die Weiterentwicklung von wichtigen Strukturen für eine gute Zusammenarbeit an den Schulen.
Schwerpunkte
1. Einzelfallhilfe
o Die Erfahrungen aus dem 1. Schuljahr machten deutlich, dass ein hoher Bedarf an Einzelfallhilfe an allen vier Schulen am Schulzentrum vorhanden ist. Einzelfallhilfe meint die konkrete Unterstützung einzelner Schüler in unterschiedlichen Problemlagen.
o Für die Einzelfallhilfe müssen ausreichend zeitliche Ressourcen zur Verfügung stehen, um zeitnah, flexibel und bei Bedarf zeitintensiv einzelne Schüler unterstützen und begleiten zu können. Deshalb war ein Teil der der Arbeitszeit der Schulsozialarbeit der Einzelfallhilfe vorbehalten.
o Einzelfallhilfe geschah im Jahr 2011 mit Schülern aller Schulen, schwerpunktmäßig jedoch mit Schülern der Theodor-Heuss-Schule und der Astrid-Lindgren-Schule.
o Themen vielfältig: Konflikte zwischen Schülern, Schülern und Eltern, Schülern und Lehrern, Mobbing, Cybermobbing, Schulschwierigkeiten, Gewalterfahrungen, Schwierigkeiten zu Hause, psychische Auffälligkeiten etc.
o In jedem Fall wurde je nach Bedarf individuelle Hilfe angeboten - von einem einmaligen Gespräch über eine längere Begleitung des Schülers, Beratung der Lehrer und Eltern, Kontakt zu weiteren Hilfen etc.
2. Weiterentwicklung von Strukturen für die Schulsozialarbeit an den Schulen
Die Erfahrungen des 1. Schuljahres machten deutlich, dass für die Verankerung der Schulsozialarbeit an den Schulen und am Schulzentrum und damit für die Qualität der Arbeit definierte Strukturen unerlässlich sind. Deshalb war ein Schwerpunkt der Arbeit im Schuljahr 2010/2011 und 2011/2012 bis heute die Weiterentwicklung und Stärkung von Strukturen für die Schulsozialarbeit in folgenden Bereichen:
o Kommunikationsstrukturen
o Präsenz(-zeiten)
o Strukturen der Partizipation im Unterricht (Sozialtraining, Klassenrat)
o Strukturen der Begleitung neuer Schüler
Dies erfolgte in Absprache und in Zusammenarbeit mit den Schulleitungen, Kollegien und dem Stadtjugendreferenten.
Reflexion und Ausblick
o Wichtige Strukturen für eine gute Kooperation mit den Schulen wurden geschaffen und gefestigt. Diese gilt es auch zukünftig zu verfestigen und auszubauen.
o Die Arbeit der Schulsozialarbeit war aufgrund des Stellenanteils mehr reagierend und intervenierend und weniger präventiv möglich. Durch die Aufstockung der bisherigen Stelle der Schulsozialarbeit um eine weitere Vollzeitstelle ist die Präsenz der Schulsozialarbeit an allen vier Schulen möglich. Durch die Teambildung wird zukünftig ein fachlicher Austausch möglich sein.
o Jugendreferat-Team: Die Einbildung der Schulsozialarbeit in das Team des Jugendreferates hat sich für die qualitative Weiterentwicklung der Schulsozialarbeit als positiv erwiesen: Im Team mit den hauptamtlichen Kollegen ist ein fachlicher Austausch sowie Kooperationen in einzelnen Projekten möglich. Dies gilt es zukünftig weiter auszubauen.
Frau Bettina Schick, Leiterin Jugendtreff Rutesheim, führte aus:
Angebote und Aktionen des Stadtjugendreferates, insbesondere der Offenen Jugendarbeit - Jugendtreff, Darstellung mit Bildpräsentation
Offene Angebote
Tägliche Öffnungszeit in der Mittagspause der Schulen: 12-14 Uhr. Angebote: Tischtennis, Tischkicker, Billard, Dart , Poker, andere Tischspiele bzw. Zeit um sich mit Freunden zu treffen, Zeit zum Ausruhen in den verschiedenen Räumen, Sitzmöglichkeiten des Hauses. Sozialpädagogisches Personal ist als Ansprechpartner zu Öffnungszeiten im Haus präsent. Intervention, Konfliktlösung und Einzelgespräche bei Notwendigkeit.
Thekenverkauf: Getränke und kleine Snacks, in Mittagspause Essensangebote wie Hotdog/Baguette und ein Dienstag wöchentlich wechselndes Mittagessen
Nachmittags Öffnungszeit: Mi.+Do. 16-21 Uhr, Fr. 16-24 Uhr. 2 Samstage im Monat 15-21 Uhr. Zu den Angeboten der Mittagspause gibt es nachmittags weitere Angebote: Playstation, Gamecube, x-Box, TV schauen, Internetcafe, Musik hören, Angebote Spiele für den Außenbereich zu leihen (Skateboards, Fußball, Basketball ...).
Gruppenangebote
GirlsOnly: Das Mädchenangebot wird geleitet von Sozialpädagogin und Leiterin der Jugendtreffs Bettina Schick. GirlsOnly startete im Juni 2011 mit der Renovierung des Bastelraumes in einen GirlsRoom, der nun als geschützter Raum für Mädchen dient, in dem sie sich ungestört aufhalten und Gespräche führen können. Gerade während der Pubertät ist es wichtig, dass die Mädchen einen Raum zum Rückzug und Selbstentfaltung haben. Im Offenen Bereich dominieren die Jungen, daher ist dies für die Mädchen wichtig. Das Gruppenangebot GirlsOnly findet regelmäßig ein Mal in der Woche für 1,5 Std. statt und wird von verschiedenen Mädchencliquen genutzt. Teilnehmerzahl aktuell 6-10 Mädchen zwischen 11-14 Jahren. Zu den Inhalten des Angebotes gehört Aufklärungs- und Präventionsarbeit genauso wie die Förderung der Begabungen und Fähigkeiten der Mädchen durch Kreativangebote wie Basteln, Malen und backen sowie Soziale Kompetenz- Förderung u.a. durch das Planen und Durchführen gemeinsamer Aktionen wie Ausflüge, Cocktails mixen und Spiele machen.
Kreativklub: Unter der Leitung von Edith Niederle richtet sich das Kreativangebot an Kinder im Alter von 9-12 Jahren. Inzwischen wurde der Kreativklub mit seinen rund 20 angemeldeten Teilnehmern in 2 Gruppen geteilt. Die zweite Gruppe wird ehreamtlich von der ehemaligen Praktikantin des Jugendtreffs (Praktikum im Rahmen der Erzieherschule) Magdalena Moriconi geleitet. Beim Kreativklub wird gebastelt, gebacken, gemalt, gekocht und vieles mehr. Im letzten Jahr wurden Maisbilder gestaltet, Kürbisse ausgehöhlt, Nikoläuse gebastelt, Taschen genäht und ein Ausflug in ein Museum gemacht. Diesen Mittwoch 15.2. findet zum ersten Mal eine vom Kreativklub organisierte Faschingsparty statt. Der Kreativraum im EG wurde im Herbst 2011 neu eingerichtet. Im pädagogischen Vordergrund stehen die Förderung der Kreativität der Kinder und die Erweiterung von sozialen Kompetenzen.
Partizipation/ Jugendkulturarbeit
Renovierungsaktionen mit Jugendlichen des Hauses, im Mai Renovierung TV Raum, im Juni GilrsRoom.
HipHop Tanzgruppe: Leitung durch eine ehernamtliche Jugendliche Samy. Wird besonders von Mädchen mit Migrationshintergrund genutzt, die anderweitig in keinen Verein integriert sind. Das selbst organisierte Tanzangebot findet immer Freitags statt. Die Mädchen treffen sich im Jugendtreff, erhalten hier Getthoblaster und Schlüssel für die Bühlhalle und tanzen dort von 17-19 Uhr.
Bandprojekte/Musikangebote: Verschiedene Jugendkulturen nutzen den Bandprobenraum. Musikrichtungen sind PunkRock, Hip Hop und Rock. Bands: Bleifreii Band, Musikschule Kübler - Bandprojekt immer donnerstags für Besucher des Jugendtreffs, einzelne Jugendliche des Hauses nutzen den Probenraum unter Aufsicht, um Lieder zu schreiben und diese zu singen.
Skaterpark: Die neue Halfpipe wurde im Mai 2011 aufgestellt und sehr gut genutzt. Die Eröffnungsfeier im Juni 2011, bei der viele Jugendliche mitwirkten, und die Skater ihr Können zeigten, war ein toller Start für den neuen Skaterpark.
Partys, Turniere: Partizipation der Jugend in Thekendienst, Eingang, Einkauf, Organisation. Konzerte im Jugendtreff, Tischtennisturnier, Jugendliche engagieren sich füreinander und zeigen Verantwortung.
Gemeinwesenarbeit: Wochenmarkt Stand mit GirlsOnly, Verkauf von selbstgebackenen Kuchen und Marmelade, Einnahmen für GirlsRoom und Gruppenausflüge. Adventsmarkt: Mithilfe von Jugendlichen Treffbesuchern beim Verkauf von Punsch, Hotdogs und selbstgebackenen Plätzchen.
Einzelaktionen / Vernetzung
Backangebote für Kinder aus Rutesheim.
Ausflüge für Kinder und Jugendliche aus Rutesheim und Treffbesucher z.B. ins Kino, Schwabenpark, Europapark.
Kooperation mit der Musikschule Kübler, die den Bandproberaum für Musikunterricht nutzt und eine Band im Haus anleitet, Ferienangebot für Kinder im Sommer.
Kooperation Polizei, Ferienprogramm im Sommer. Präventionsbeauftragter Wolfgang Diehm im Jugendtreff zu Öffnungszeiten an Einzeltagen zu Besuch.
Kooperation SKV Fußballjugend, Hausnutzung zum TippKick spielen durch Fußballjugend Markus Scheu, seit 30.1. TippKick und Lesen für Jungen im Treff, Leitung Markus Scheu Trainer SKV Jugendfußball
Kooperation Gemeinde/Kirche: Jugendalphakurs für Jugendliche aus verschiedenen Gemeinden/Kirchen aus Rutesheim und Umgebung. Jugendalpha ging in einen Jugendkreis über seit der nun immer dienstags von 19-21 Uhr im Jugendtreff stattfindet.
Kirchenband übt im Probenraum.
Kooperation Schule/ Schulsozialarbeit
Mitwirken von Jugendtreff bei einzelnen Sozialen Kompetenz Trainings in Klassen. Streitschlichter die sich im Jugendtreff treffen. SMV-Sitzungen, Klassenfeste im Haus. Vorstellung der Angebote des Treffs an Elternabenden. Frau Hallner, die regelmäßig montags die Öffnungszeiten im Jugendtreff präsent ist.
Mit einem Dank an alle Kooperationspartner und Unterstützer der täglichen Arbeit schloss sie ihren Bericht.
Bürgermeister Dieter Hofmann dankte für die Arbeit und für die Vorträge. Wir sind auf einem sehr guten Weg. Im Jugendtreff ist mehr "Leben". Er ist besser vernetzt und kooperiert gut mit den diversen Stellen. Früher hatten wir allerdings auch nicht das Personal, das wir heute haben. Zusätzlich baut die Stadt hier weiter auf. Konkret soll in nächster Zeit die zweite Stelle der Schulsozialarbeit besetzt werden. Erreicht wurde nunmehr ein deutlich besserer Ruf und Akzeptanz dieser Einrichtung bei der Bevölkerung.
StR Diehm schloss sich dem Dank an und bestätigte, dass sich die personelle Aufstockung vollauf gelohnt hat. Es gibt viel zu tun und dies in allen Schulen. Aus dem Spannungsfeld Schule, Eltern, Freunde entstehe ein großer Bedarf für die Schulsozialarbeit.
StR Dr. Köthe dankte für die CDU-Fraktion ebenfalls. Ihre Arbeit bestätige, dass die Stadt das Geld gut investiert hat. Heute gelte deshalb ein "weiter so"! Wir sind auf gutem Weg, Sie machen eine sehr gute Arbeit, vor allem für Prävention und Integration.
StR Tröster bestätigte, dass der umfangreiche Jahresbericht sehr inhaltsreich gestaltet ist. Über diesen Weg sei er sehr froh. Auch wenn das Personal des Jugendreferats jährlich rd. 183.000 Euro kostet. Auch dies ist ein Grund für die überproportionale Steigerung der Personalkosten. Er hoffe sehr, dass keine Kinder in Rutesheim vergessen werden. Wenn er einzelne Passagen des Berichts aufmerksam lese, so frage er sich, ob man nicht nur den Jugendlichen, sondern auch den Eltern helfen müsse. Auf jeden Fall freuen wir uns über die Früchte Ihrer Arbeit und dafür sagte er einen herzlichen Dank.
Auf seine Fragen zum Streetwork erläuterte Herr Wensauer, dass die Mitglieder der Rathaus-Clique älter und reifer geworden sind. Teilweise sind sie auch in Ausbildung oder im Beruf und müssen dafür morgens aufstehen, können deshalb abends nicht mehr so lange hier verweilen. Dies und seine Kontakte haben sicherlich zu einer Verbesserung der Situation beigetragen.
Der sogenannte Klassenrat ist eine besondere Stunde für die Schüler einer Klasse, in der aktuelle Fragen der Klassengemeinschaft besprochen werden. Der Klassenlehrer ist dabei, aber als Teil der Klasse und die Schulsozialarbeit moderiert diese Stunde.
StR Brunner bestätigte, dass der Jugendtreff mehr mit Leben gefüllt ist. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind sehr positiv. Die Verzahnung, das Netzwerk ist sehr gut und dafür gelte ein herzlicher Dank.
StR Schaber sagte ebenfalls ein herzliches Dankeschön. Zu hoffen sei auf ein nachhaltig wirkendes Team. Das Geld ist gut angelegt. Persönlich an Frau Hallner gewandt sagte er ebenfalls "Danke". Schade, dass Sie uns verlassen.
4. Anlegung eines P+M-Parkplatzes bei der Anschlussstelle Rutesheim
P+M-Parkplätze an Autobahn-Auffahrten (P+M = Parken und Mitfahren) helfen, den Pkw-Verkehr zu reduzieren, was einerseits der Umwelt dient, andererseits aber auch zu einer Reduzierung des Verkehrsaufkommens beiträgt, was vor allem bei überlasteten Streckenabschnitten von Bedeutung ist.
In einer Landtags-Drucksache vom 07.05.2008 ist dazu ausgeführt:
"Die Straßenbauverwaltung Baden-Württemberg hat mit der Umsetzung des im Jahre 1986 aufgelegten Programms "Parken und Mitfahren" den größten Teil der Anschlussstellen der Autobahnen des Landes und verschiedene Anschlussstellen von zweibahnigen Bundesstraßen mit Parkplätzen zur Bildung von Fahrgemeinschaften (im Folgenden als P+M-Parkplätze bezeichnet) ausgestattet. Insgesamt bestehen an den Autobahnen des Landes 81 P+M-Parkplätze mit insgesamt 3.953 Stellplätzen.
Das Programm "Parken und Mitfahren" wurde vom Land aufgelegt, weil im Bereich der Anschlussstellen von zweibahnigen Bundesfernstraßen in großem Umfang Fahrzeuge verkehrswidrig abgestellt wurden, so zum Teil die Befahrbarkeit von landwirtschaftlichen Wegen behinderten und vor allem die Verkehrssicherheit auf den an die Fernstraßen angeschlossenen Straßen erheblich beeinträchtigt wurde. Grundlage des Programms war, dass die Kosten für den Bau und für die Unterhaltung der Plätze der Baulastträger der nachgeordneten Straße, d. h. der Straße, von der aus der P+M-Parkplatz angefahren wird, übernehmen sollte. Das Land trägt entsprechend dieser Festlegung die Kosten für die an den Landesstraßen angeschlossenen P+M-Parkplätzen. Der Bund hat allerdings trotz mehrerer Vorstöße der Länder eine Baulastverpflichtung für derartige Parkplätze abgelehnt und sich lediglich bereit erklärt, bereits in seinem Eigentum befindliche Flächen zur Verfügung zu stellen und eine einfache Befestigung zu finanzieren."
3.953 Stellplätze in insgesamt 81 P+M-Parkplätzen in Baden-Württemberg bedeutet, dass das im Durchschnitt 49 Stellplätze je P+M-Parkplatz sind.
Seit mehreren Jahren setzt sich die Stadtverwaltung beim zuständigen Regierungspräsidium Stuttgart für die Anlegung eines P+M-Parkplatzes an der Anschlussstelle Rutesheim nachhaltig ein. Weil das Land B.-W. dafür keine Mittel hat und auch eine Vorfinanzierung durch die Stadt in diesem Fall nach den Vorschriften des Landes nicht zulässig ist, kann der Platz nur als eigene Maßnahme und mit vollständiger Kostentragung durch die Stadt hergestellt werden.
Der Bedarf ist zweifellos gegeben. Das belegen Zählungen der in den Wintermonaten auf dem Waldparkplatz bei der Anschlussstelle Rutesheim tagsüber regelmäßig abgestellten Kraftfahrzeuge. Durchschnittlich stehen hier täglich rd. 40 Kraftfahrzeuge (ohne dass die Anlagen des Freizeitparks/Minigolf/Hochseilgarten geöffnet wären). Nur derzeit, bedingt durch die aktuelle Großbaustelle "Kraxl-Alm" mit Baufahrzeugen, Baustellenverkehr, usw., stehen sie derzeit nicht so zahlreich hier.
Bislang war als Standort die freie (und durch den Forst noch nicht bepflanzte) Fläche zwischen Autobahn und L 1180 östlich der Autobahnbrücke (beim Werbeturm) vorgesehen. Die Kosten würden dafür insbesondere aufgrund der neu zu bauenden Rampe zur L 1180 und der zusätzlichen Aufweitung der L 1180 für eine kurze Linksabbiegespur einschließlich Ablösebetrag an das Land B.-W. für den erhöhten Unterhaltungsaufwand für diese Aufweitung rd. 250.000 € betragen.
Aufgrund der Einmündung des Parkplatzes in unmittelbarer Nähe zur Ampelanlage der Anschlussstelle Rutesheim (Einfahrt Fahrtrichtung Karlsruhe) und zur Kurve bei der Autobahnbrücke lehnt das Regierungspräsidium Stuttgart diesen Standort und auch einen Standort westlich der Autobahnbrücke ab.
Verkehrlich sehr gut geeignet ist ein Standort beim Waldparkplatz an der Ampelanlage der Anschlussstelle Rutesheim (Einfahrt Fahrtrichtung Stuttgart). Die Einfahrt in die L 1180 bzw. A 8 ist bereits asphaltiert und mit einer Ampelanlage ausgestattet, die voll in die Signalanlagen dieser Kreuzung integriert ist. Auch eine Linksabbiegespur ist in der L 1180 vorhanden. Grunderwerb ist nicht erforderlich, weil die Fläche der Stadt gehört. Die Stellplätze sollen nur geschottert angelegt werden.
Diese Fläche ist rechtlich "Wald", auch wenn hier heute kein Baum steht und deshalb ist die Genehmigung des Kreisforstamtes Böblingen notwendig. Lt. vorab informiertem Kreisforstamt Böblingen muss bei der Variante 1 diese Fläche von rd. 1.000 m² anderweitig aufgeforstet werden, auch wenn heute auf dieser Fläche keine Bäume stehen. Bei der Variante 2 mit 18 Stellplätzen (Fläche rd. 270 m²) sei eine Wiederaufforstung an anderer Stelle nicht notwendig.
Die P+M-Parkplätze sollen wenn möglich im April 2012 hergestellt werden.
Auf Frage von StR Kindler bestätigte Erster Beigeordneter Martin Killinger, dass der Parkplatz ganz offiziell als P&M-Parkplatz beschildert wird und auf Frage von StR Duppel erklärte er, dass es leider keine Möglichkeit gibt, dass das Land Baden-Württemberg zu gegebener Zeit die von der Stadt getragenen Kosten erstattet.
Einstimmig wurde beschlossen:
1. Bei der Anschlussstelle Rutesheim wird baldmöglichst ein P+M-Parkplatz angelegt.
2. Die Ausführung soll entsprechend der Planskizze vom 25.01.2012 erfolgen (Variante 1 mit rd. 50 zusätzlichen Stellplätzen, Kosten rd. 50.000 €).
3. Die notwendige Genehmigung des Kreisforstamtes Böblingen wird beantragt.
4. Die außerplanmäßigen Ausgaben werden genehmigt.
